19.03.2021 07:00 |

Nicht wie beim Sport

„In der Kultur bringen Medienrechte kein Geld“

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sei an Fernsehrechten in der Kultur nichts zu verdienen, sagt Florian Wiegand. Der Konzert- und Medienchef der Salzburger Festspiele ist froh, wenn die Vergabe der TV-Lizenzen kostendeckend abgewickelt wird. Übertragungen seien vor allem ein Marketinginstrument.

Als Medienchef sind Sie für die Fernsehrechte der Salzburger Festspiele zuständig. Lässt sich damit ähnlich viel Geld wie im Sport verdienen?

Definitiv nicht. Es gibt für die Kultur viel geringere Budgets und weniger Sendeplätze, insbesondere was den attraktiven Hauptabend anbelangt. Der Kulturbereich ist vor allem global betrachtet viel kleiner als der Sport – entsprechend klein ist die Berichterstattung.

Obwohl die Festspiele quasi die Champions League der Kultur sind?

Die Wahrheit ist: Kultur-Medienrechte bringen kein Geld. Die Festspiele budgetieren diesbezüglich gerade einmal kostendeckend, die meisten Institutionen müssen für Aufzeichnungen sogar etwas hineinstecken. Es verdient sich also niemand eine goldene Nase.

Warum macht man es dann überhaupt?

Wir wollen als internationales Festival mit Besuchern aus 82 Ländern nicht nur die Live-Gäste nach Salzburg locken, sondern auch ein Publikum, das uns noch nicht kennt, begeistern. Es sollen möglichst viele Menschen an den Festspielen teilhaben. Die Medienverwertung und das Fernsehen laufen bei uns zuoberst unter dem Aspekt des Marketings, also der Kundenbindung und Kundengenerierung.

Wie erfolgreich waren diese Bemühungen bislang?

Nehmen wir das letzte Jahr. Da haben wir mit unseren Partnern 31 audiovisuelle Produktionen auf die Beine gestellt und mit TV-Übertragungen und Streams mehr als fünf Millionen Menschen erreicht. Übrigens auch Teile unseres Kernpublikums, die wegen Corona nicht nach Salzburg kommen konnten.

Sie sehen also wirklich gar keine Möglichkeit, die Fernsehrechte ähnlich lukrativ wie im Sport zu vermarkten?

Ginge es rein um den kommerziellen Aspekt, würden wir im Sommer nur zwei, drei TV-Produktionen mit den großen Stars machen und damit möglicherweise etwas Geld lukrieren, aber wie gesagt: TV-Rechte sind keine bedeutsame Finanzierungssäule der Festspiele.

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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