Sebastian Deisler kann bei der Bewältigung seiner neuen gesundheitlichen Probleme auf die Unterstützung von Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann bauen. "Wir müssen behutsam mit ihm umgehen", forderte Klinsmann in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). "Sebastian gibt das Tempo vor.
Felix Magath, Uli Hoeneß und ich nehmensein Tempo auf." Unterdessen kündigte Deislers Facharzt ProfessorFlorian Holsboer an, dass sich der Spieler des FC Bayern Münchenin den kommenden Wochen einer Verhaltenstherapie unterziehen müsse..
Vor CL-Hit abgereist Der 24-Jährige war am Montag noch vor dem Champions-League-Spieldes deutschen Fußball-Rekordmeisters bei Juventus Turinwegen neuer Probleme nach München zurückgereist. Deislerwar im Vorjahr wegen Depressionen mehrere Wochen lang im MünchnerMax-Planck-Institut für Psychiatrie stationär behandeltworden. Einen Rückfall hatte Holsboer am Dienstag ausgeschlossen:Vielmehr sei das Auftreten einzelner Symptome eine "natürlicheReaktion".
Verhaltenstherapie steht an "Wir werden eine Verhaltenstherapie anwenden", kündigteder Fachmann in der "Welt" an. "Nicht ausgeschlossen ist auch,dass Deisler medikamentös behandelt wird." Weitere Einzelheitenzur Behandlung des 24-Jährigen wollte eine Institutssprecherinam Mittwoch nicht mitteilen. Laut Bayern-Manager Hoeneßmuss sich Deisler aber nicht stationär in der Klinik aufhalten."Ich habe mit seiner Frau gesprochen. Es geht ihm eigentlich ganzgut", sagte er dem TV-Sender SAT.1. Wie Klinsmann mahnte Hoeneßzur Rücksichtnahme: "Wenn wir Sebastian auch bei der WM inTopform sehen wollen, dann müssen wir Rücksicht aufihn nehmen."
Rätsel über Dauer der Pause Unklar blieb am Mittwoch weiter, wie lange Deislerpausieren muss. "Das wird der Arzt mit ihm zusammen entscheidenmüssen", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.Klinsmann rechnet nicht mit einer längeren Zwangspause desHoffnungsträgers: "Wir machen uns keine Sorgen, da wir wissen,dass Sebastian von Fachleuten umgeben ist und richtig behandeltwird." Der Nationaltrainer sprach sich auch für den Einsatzvon Psychologen im Profi-Fußball aus. "Während es inanderen Sportarten normal ist, mit Psychologen zusammenzuarbeiten,hinken wir im Fußball einfach hinterher."
Zuviel Druck von Deisler selbst "Sebastian setzt sich unheimlich unter Druck", sagteBayern- Rekonvaleszent Alexander Zickler der "Abendzeitung". "Esmuss aber nicht immer alles perfekt sein." Der verletzte Bayern-StürmerRoque Santa Cruz sagte dem Blatt: "Wichtig ist jetzt erstmal derMensch Sebastian, nicht der Spieler Deisler."
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