03.03.2021 16:36 |

„Mehr Kapazitäten“

Kurz: Allianz mit Israel nicht gegen EU gerichtet

Die Allianz mit Israel und Dänemark über eine Kooperation bei der Entwicklung und Herstellung von Corona-Impfstoffen sei nicht als Abkehr von der EU zu verstehen, hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien betont: „Es ist definitiv kein Verlassen des europäischen Weges.“ Das Vorgehen sei „nicht gegen jemanden gerichtet, sondern ein Versuch, einen möglichst großen Beitrag zu leisten“. Aktuell gebe es eine „sehr große Abhängigkeit von einigen großen Pharmakonzernen“, Produktionskapazitäten sollten darum in die EU und nach Österreich geholt werden.

„Wenn es ein Learning gibt aus dem letzten Jahr, dann ist es, dass eine schnelle Erforschung von Impfstoffen und auch eine schnelle Produktion von Impfstoffen der absolute Gamechanger ist.“ Österreich sei ein kleines Land, begründete Kurz die Allianz mit Dänemark und Israel. Er kündigte an, dass sich wahrscheinlich noch andere Staaten beteiligen werden, um in der Forschung koordinierter vorzugehen und gemeinsam Produktionskapazitäten zu schaffen.

“Prozesse beschleunigen“
Eine Produktion von „null auf 100 aufzubauen, das kann kein erfolgsversprechendes Konzept sein“, so der Kanzler weiter. Eine Impfstoffproduktion sei „hochkomplex“, sie bestehe aus extrem vielen Bestandteilen entlang der Wertschöpfungskette. „Je mehr Unternehmen wir zusammenführen, desto eher wird es möglich sein, hier Prozesse zu beschleunigen beziehungsweise zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.“

Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig eine „starke Infrastruktur“ und eine „gewisse Unabhängigkeit“ sei. Ziel sei es, Produktionskapazitäten nach Europa und auch Österreich zu holen. Aktuell gebe es eine „sehr große Abhängigkeit von einigen großen Pharmakonzernen“. Wenn das Virus weiter mutiere, könne es sein, dass allein in Österreich 30 Millionen Impfdosen gebraucht würden.

„Kurz bricht mit EU-Versagern“
„Kurz reist am Donnerstag nach Israel. Die eintägige Visite bei Premier Benjamin Netanjahu gemeinsam mit seiner dänischen Amtskollegin Mette Frederiksen steht im Zeichen einer Kooperation bei der Erforschung und Herstellung von Corona-Impfstoffen. Man wolle „nicht mehr nur von der EU abhängig sein bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation“, hatte Kurz im Vorfeld erklärt. Dies war als Kritik an der EU verstanden worden. Die deutsche „Bild“-Zeitung titelte etwa: „Kanzler Kurz bricht mit EU-Versagern.“

Auch tschechischer Premier Babis fliegt nach Israel
Nach Kurz ist auch der tschechische Regierungschef Andrej Babis im Begriff, im Zusammenhang mit den Corona-Impfstoffen nach Israel zu fliegen. Die Reise werde „in den nächsten Tagen“ stattfinden. Israel habe sich „angesichts der strengen Maßnahmen“ entschlossen, dem Tschechen einen „Sondertermin“ zu geben. Laut Babis ist eines der Ziele seiner Reise, eine Lizenz für die Produktion eines Corona-Vakzins zu erhalten.

Quelle: APA

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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