03.03.2021 14:51 |

„Es geht um Tempo“

Wien prescht vor: AstraZeneca für Über-65-Jährige

Nun darf der Impfstoff von AstraZeneca auch Wienern über 65 Jahren verabreicht werden. Es ist das erste Bundesland, das diesen Schritt wagt, obwohl das Nationale Impfgremium dieses Vakzin nur bis maximal 64-Jährige empfiehlt. Als Erstes sollen Risikopatienten aus Spitälern zum Zug kommen. Seitens der Ärztekammer begrüßte man die Entscheidung. Indes gab Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch auch bekannt, dass Hochschulpersonal, das bereits einen Termin hatte, nun doch auch die Impfung erhalten wird.

„Es geht derzeit um die Schnelligkeit und wir wissen von diesem AstraZeneca-Impfstoff, dass er auch bei älteren Personen gute Wirkung zeigt“, erklärte Michael Binder, der ärztliche Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Vakzin auch für Über-65-Jährige wirksam und „gut verträglich“
Der Mediziner sieht damit nicht das Impfgremium übergangen, das eine Altersgrenze empfahl. „Das Gremium hat an sich sehr weise entschieden“, so Binder. Die neue Vorgangsweise der Bundeshauptstadt sei allerdings für eine breite Ausrollung der Impfstoffe notwendig - außerdem betonte er, dass das britisch-schwedische Vakzin in Europa ohnehin uneingeschränkt zugelassen sei. Studien aus Schottland, Großbritannien und Irland hätten gezeigt, dass das Vakzin auch Ältere gut vor dem Virus schütze und „auch in dieser Bevölkerungsgruppe gut verträglich ist", versicherte Binder.

Biontech/Pfizer oder Moderna wird bei Älteren Vorzug gegeben
 „Natürlich werden wir versuchen, Biontech/Pfizer oder Moderna prioritär einzusetzen, aber dort, wo es notwendig ist, werden wir diesen Impfstoff anbieten“, so Binder.

Ärztekammer begrüßt Entscheidung
Positiv reagierte auch die Wiener Ärztekammer auf den Vorstoß, den Impfstoff im Bedarfsfall auch an Risikopatienten und Über-65-Jährige zu verimpfen. „Um eine möglichst rasche Durchimpfung der österreichischen Bevölkerung zu erreichen, müssen wir in Zeiten von genereller Impfstoffknappheit auf alle zur Verfügung stehenden und von der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe zurückgreifen“, so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres via Aussendung.

Er betonte erneut, dass alle zugelassenen Impfstoffe eine wissenschaftlich belegte hohe Wirksamkeit hätten und vor schweren Verläufen und Hospitalisierung schützen würden - denn darum gehe es im Kampf gegen die Corona-Pandemie: das Gesundheitssystem wie auch die Kapazitäten in den Spitälern „so weit wie möglich zu entlasten“, so Szekeres.

Angemeldetes Hochschulpersonal erhält nun doch die Impfung
Hinsichtlich des Impfplans für die Stadt Wien gab es zudem erneut Anpassungen. Hacker kündigte am Mittwoch an, dass jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen, die sich aufgrund eines Missverständnisses im Zuge der aktuellen Corona-Impfaktion für Lehrer, Hort- und Kindergartenpädagogen angemeldet hatten, nun doch geimpft werden und ihren Termin wahrnehmen können. Betroffen sind davon rund 4000 Personen.

Auch die Impfleistung in Wien generell könnte im März einen Höchststand erreichen, hieß es weiter. Da mehr Impfstoff verfügbar sei, nicht zuletzt durch jenen von AstraZeneca, könnten deutlich mehr Berufs- und Personengruppen ihren Erststich erhalten, etwa Mitglieder der Polizei, der Feuerwehr oder der Risikogruppe - sofern die vom Bund angekündigten Liefermengen auch halten. 

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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