26.02.2021 14:12 |

Genaue Corona-Analyse

Wovon die Entscheidung am Montag stark abhängt

Am Montag sollte eigentlich über mögliche weitere Lockerungen - Stichwort: Gastronomie - entschieden werden. Angesichts der steigenden Zahlen bei den Neuinfektionen und der Zunahme an Mutationsfällen rückt diese Vorstellung aber wohl genauso in den Bereich „Wunschtraum“ wie das baldige Bier beim Wirten für Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Ob es möglicherweise sogar wieder Verschärfungen werden - wie die Ampel-Kommission beim weiteren Anhalten des Negativtrends empfiehlt -, soll eine genaue Datenanalyse am Wochenende aufzeigen.

Das starke Steigen der Zahlen bringe Österreich erneut in eine „besorgniserregende Situation“, sagte Anschober am Freitagvormittag am Rande einer Pressekonferenz zur Installation des neuen Beraterstabes des Gesundheitsministeriums. Der Reproduktionsfaktor R liege derzeit bei 1,10, österreichweit ist auf der Corona-Ampel nur noch Vorarlberg orange eingestuft, der Osten des Landes leuchtet mehr und mehr dunkelrot.

Bisher 15 Millionen Tests in Österreich durchgeführt
Ein Grund für die ansteigenden Zahlen sei, dass bereits etwas mehr als 50 Prozent der Infektionen auf die bei uns grassierenden ansteckenderen Virusvarianten zuführen sind, der andere das enorm gestiegene Testvolumen. Fast 15 Millionen Tests seien seit dem Corona-Ausbruch in Österreich vor fast genau einem Jahr durchgeführt worden, am Donnerstag alleine rund 223.000. Das sei „ziemlich fantastisch“ und neben der Slowakei „einmalig in Europa“, freute sich Anschober.

Dadurch sei natürlich auch die Zahl der positiven Ergebnisse gestiegen - von etwa um die 1000 täglichen Neuinfektionen bis zu mehr als 2000 in den letzten Tagen (am Donnerstagvormittag wurden knapp 2400 neue Corona-Fälle vermeldet).

Daten sollen „präzise auseinandergerechnet“ werden
Dieser Negativtrend darf nur kurz anhalten - ansonsten muss sich die Regierung wieder etwas überlegen. Und das will sie am Montag auch tun. Zwar sollte es angesichts des nahenden Frühlings eigentlich um Lockerungen gehen - so hofft etwa die Gastronomie auf ein baldiges Aufsperren -, doch erst eine Analyse der Daten am Wochenende wird Aufschluss über das weitere Vorgehen geben. So soll „präzise auseinandergerechnet“ werden, zu welchem Teil der Anstieg auf den hohen Anteil der Testungen zurückzuführen ist und zu welchem die Mutationen dafür verantwortlich sind.


„Bei Verschärfungen sorgsam mit Bildungsbereich umgehen“

„Was die Hauptursache ist - davon werden der Verlauf der Gespräche und die Entscheidung am Montag sehr stark abhängen“, so Anschober, der die Empfehlungen der Ampel-Kommission inhaltlich unterstreicht - auch falls Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssten. Denn für den Fall, dass dies eintrete, „sollte man besonders sorgsam mit dem Bildungsbereich umgehen“, findet auch der Minister.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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