26.02.2021 07:04 |

Trend zu „Dunkelrot“

Ampel-Kommission: Lockerungen wieder zurücknehmen

Nach einer kurzen farblichen Auflockerung auf der Corona-Ampel vor zwei Wochen geht der Trend jetzt wieder in Richtung Dunkelrot - vor allem im Osten sieht es ziemlich düster aus. Die Ampel-Kommission geht zudem von weiter steigenden Zahlen aus und warnt deshalb nicht nur vor weiteren Öffnungsschritten, sondern empfiehlt im Gegenteil sogar die Rücknahme von Lockerungen, sollte der Negativtrend anhalten.

Mit seit dieser Woche erneut mehr als 2000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - am Donnerstag mussten gar 2391 neue Corona-Fälle vermeldet werden - steigt in Österreich die Befürchtung, dass das Land nur wenige Wochen nach den ersten Öffnungen in diesem Jahr auch schon wieder auf strengere Maßnahmen zusteuert. Am Montag soll über mögliche neue Regeln entschieden werden - hatte zunächst eher die Aussicht auf mehr Freiheiten gelockt, so könnte es aufgrund der steigenden Zahlen aber auch in die andere Richtung gehen.

Experten: Bei Inzidenz von 200 sollte Schluss sein
Geht es nach der Ampel-Kommission, ist es für Lockerungen definitiv zu früh. Sollten die Zahlen auch in den nächsten Tagen weiter ansteigen - was nicht nur dem Anstieg bei den Tests, sondern auch der Verbreitung der Coronavirus-Mutationen geschuldet wäre -, wird sogar die Rücknahme von Lockerungen empfohlen. Konkret nennen die Experten eine bundesweite Inzidenz von 200 pro 100.000 Einwohner als Grenze. In der vergangenen Woche lag die Inzidenz bei 138,1, Tendenz allerdings deutlich steigend.

Jedenfalls sollten nach Meinung der Experten die notwendigen präventiven Maßnahmen zur Kontaktreduktion sowie regelmäßige, flächendeckende Testungen forciert werden. Einzig Schulschließungen empfände die Kommission nur als Ultima Ratio.

Osten wird immer mehr zur Problemzone
Lobend wurde von der Kommission Tirol erwähnt, wo es möglicherweise gelungen sei, die gegen Impfstoffe wohl resistentere und ansteckendere Südafrika-Variante unter Kontrolle zu halten. Verstärkte Maßnahmen wie mehr PCR-Tests und erweiterte Kontaktpersonen-Verfolgung werden auch für andere Gebiete mit höheren Inzidenzen empfohlen. Die gibt es mittlerweile nicht mehr nur in Kärnten und Salzburg, der Osten wird immer mehr zur Problemzone. Wien wurde den Status Orange bereits vor zwei Wochen wieder los, Oberösterreich in dieser. Nun ist Vorarlberg das einzige orange Bundesland.

670,2 Fälle pro 100.000 Bewohner in Hermagor
Den höchsten Bezirkswert der Sieben-Tage-Inzidenz weist weiter Hermagor in Kärnten mit bedenklichen 670,2 Fällen auf 100.000 Bewohner auf. Dahinter kommt Wiener Neustadt mit knapp 391. Die Zahl der Tests pro 100.000 Einwohner ist von gut 16.200 auf rund 17.100 gewachsen. Tirol und das Burgenland sind hier am fleißigsten, am wenigsten wird in Kärnten getestet.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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