25.02.2021 21:01 |

Machtkampf

„Putschversuch“: Kritische Lage in Armenien

Steht Armenien kurz vor einem Militärputsch? Russischen Medien zufolge hat Generalstabschef Onik Gasparian Ministerpräsident Nikol Paschinjan zum Rücktritt aufgefordert. Dieser rief seine Mitglieder ins Zentrum der Hauptstadt Eriwan. Oppositionelle fordern das Volk auf, dem Militär zur Seite zu stehen.

Paschinjan hatte nach der Aufforderung zum Rücktritt den Generalstabschef entlassen. Staatspräsident Armen Sarkissjan weigerte sich jedoch, die Entlassung zu unterzeichnen. Die Situation ist wenig überschaubar. Das Wichtigste sei nun, dass die Macht in den Händen des Volkes bleibe, weil das, was gerade passiere, ein Militärputsch sei, sagte Paschinjan in einem Live-Video auf Facebook.

Es ist unklar, ob die Armee zur Durchsetzung ihrer Forderung Waffengewalt einsetzen würde. Paschinjan steht wegen des jüngsten Krieges mit Aserbaidschan um die Grenzregion Berg-Karabach unter Druck. Seine Kritiker werfen ihm vor, den Krieg unnötig verloren und das Land verraten zu haben.

Ex-Präsident ruft Volk an die Seite des Militärs
Paschinjan rief seine Anhänger auf, sich auf dem Republiksplatz in der Hauptstadt Eriwan zu versammeln. Am Nachmittag gingen Zehntausende Menschen zur Unterstützung Paschinjans auf die Straße, ebenso viele waren bei einer Veranstaltung der Opposition. Der Ex-Präsident Armeniens, Robert Kotscharjan, forderte die armenischen Bürger auf, sich an die Seite des Militärs zu stellen. Die größte Oppositionspartei „Blühendes Armenien“ forderte Paschinjan eindringlich auf, seinen Posten zu räumen, und warnte ihn vor einem Blutvergießen.

Russland und NATO um Beruhigung bemüht
Russland rief angesichts der Entwicklung zur Ruhe auf. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Donnerstag laut Agentur Interfax, man beobachte die Situation in Armenien „mit Besorgnis“. Auch die NATO forderte die politischen Lager im Land zu einer friedlichen Lösung auf. „Es ist wichtig, alle Worte und Taten zu vermeiden, die zu einer weiteren Eskalation führen könnten“, teilte Bündnissprecherin Oana Lungescu am Donnerstagabend mit.

Kronen Zeitung/krone.at

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).