12.12.2010 14:10 |

ÖSV-Doppelsieg

Hirscher gewinnt Val-d'Isere-Slalom vor Raich

Trotz der Ausfälle von Reinfried Herbst, Manfred Pranger und Mario Matt haben Österreichs Slalom-Herren am Sonntag in Val d'Isere einen Doppelsieg gefeiert. Jungstar Marcel Hirscher triumphierte in Frankreich vor Benjamin Raich und Lokalmatador Steve Missilier, der sich mit überlegener Bestzeit im zweiten Lauf vom 25. auf den dritten Rang katapultierte. Das ÖSV-Team revanchierte sich für den schwachen Slalom-Auftakt von Levi, als lediglich Pranger als Fünfter in den Top-20 gelandet war.

Val d'Isere avanciert immer mehr zu Hirschers bevorzugtem Weltcup-Ort, denn der 21-Jährige hatte dort am 13. Dezember 2009, also vor fast exakt einem Jahr, im Riesentorlauf seinen ersten Weltcup-Erfolg gefeiert. "Es fühlt sich genauso unrealistisch an wie vor einem Jahr. Das ist genial, das ist ein Traum. Val d'Isere ist mein Lieblingsberg, und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern", jubelte der Salzburger nach seinem dritten Weltcup-Sieg, dem ersten im Slalom.

"Es hat sich gut angefühlt"
Auf dem steilen und selektiven Kurs fand Hirscher die beste Mischung aus Risiko und Sicherheit. "Natürlich war eine Schaufel Risiko dabei. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich gefährlich unterwegs bin", berichtete Hirscher, für den das gute Slalom-Training in Übersee nun Früchte abwirft. "Das sensationelle Training in den USA macht sich jetzt bemerkbar." Dabei hatte Hirscher vor dem Rennen Sorgen wegen seiner Slalom-Form gehabt. "Ich hatte Bedenken, ob es im Slalom funktioniert. Aber es hat sich gut angefühlt."

Raich trotzte auch am Sonntag seinen Rückenschmerzen, nach Rang vier im Riesentorlauf schaffte es der Tiroler im Slalom sogar aufs Stockerl. "Das war eine gute Leistung, ich bin sehr glücklich. Auf so einem schwierigen Hang passieren Fehler und Ausfälle sehr leicht. Trotzdem muss man Gas geben, und das habe ich auch gemacht", erklärte Raich, der sich bei allen Helfern bedankte, mit denen er die Rückenprobleme im Zaum hält.

Bestes Weltcup-Ergebnis für Dreier

Christoph Dreier war als Zehnter drittbester Österreicher, der 29-Jährige fuhr das mit Abstand beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere ein. "Hier in Val d'Isere ist es so aggressiv und bissig, das ist ein einziges Kämpfen", analysierte Dreier die schwierigen Bedingungen.

Für Herbst, den amtierenden Slalom-Weltcup-Sieger, läuft der WM-Winter bis dato überhaupt nicht nach Wunsch. Der Salzburger fand überhaupt nicht in den Lauf hinein, fädelte ein und schied nach Levi auch im zweiten Saisonrennen aus. Herbst bleibt positiv. "Vor zwei Jahren hat es genauso angefangen. Und im Jänner ist es dann dahingegangen. Ich darf den Kopf nicht hängen lassen und muss weiter hart arbeiten. Die Abstimmung für Jänner muss passen", meinte Herbst, für den der nächste Weltcup-Einsatz am 6. Jänner in Zagreb auf dem Programm steht.

Aus für Pranger mit Zwischenbestzeit
Das gleiche gilt für Pranger, dem der Ort seines WM-Triumphes 2009 diesmal kein Glück brachte. Der Tiroler schied nach einem Innenskifehler aus. "Bis dahin war ich super unterwegs, ich wäre heute gut drauf gewesen. Die Enttäuschung ist groß", sagte Pranger.

Der Herren-Weltcup geht kommende Woche in Italien weiter. In Südtirol stehen am Freitag (Super G) und Samstag (Abfahrt) die Speed-Events in Gröden auf dem Programm, am Sonntag wird mit dem Riesentorlauf in Alta Badia das letzte Rennen vor Weihnachten gefahren.

Ergebnis des Slaloms in Val d'Isere:

Rang

Name

Nation

  1. DG

 2. DG

  Endzeit

 1.

HIRSCHER Marcel 

AUT 

 51.64

 53.06

 1:44.70  Min.

 2.

RAICH Benjamin 

AUT 

 51.57

 53.44

 1:45.01

 3.

MISSILLIER Steve 

FRA 

 53.24

 52.02

 1:45.26

 4.

ZURBRIGGEN Silvan 

SUI 

 51.49

 53.96

 1:45.45

 5.

COUSINEAU Julien 

CAN 

 51.79

 54.04

 1:45.83

 6.

NEUREUTHER Felix 

GER 

 51.94

 54.07

 1:46.01

 7.

BANK Ondrej 

CZE 

 52.91

 53.16

 1:46.07

 8.

MURISIER Justin 

SUI 

 53.35

 52.79

 1:46.14

 9.

MÖLGG Manfred 

ITA 

 51.44

 54.73

 1:46.17

 10.

DREIER Christoph 

AUT 

 52.86

 53.39

 1:46.25

 11.

GINI Marc 

SUI 

 53.00

 53.28

 1:46.28

 12.

WHITE Trevor 

CAN 

 52.99

 53.50

 1:46.49

 13.

VOGEL Markus 

SUI 

 53.36

 53.49

 1:46.85

 14.

BYGGMARK Jens 

SWE 

 52.63

 54.46

 1:47.09

 15.

MYHRE Lars Elton 

NOR 

 52.54

 54.56

 1:47.10

 16.

THALER Patrick 

ITA 

 52.98

 54.30

 1:47.28

 17.

JANSRUD Kjetil 

NOR 

 52.76

 54.59

 1:47.35

 18.

KOSTELIC Ivica 

CRO 

 52.13

 55.59

 1:47.72

 19.

LAHDENPERAE Anton 

SWE 

 53.60

 54.59

 1:48.19

 20.

LARSSON Markus 

SWE 

 52.80

 55.64

 1:48.44

 21.

YUASA Naoki 

JPN 

 53.13

 57.63

 1:50.76

 22.

MYHRER Andre 

SWE 

 52.03

 59.18

 1:51.21

 23.

PALANDER Kalle 

FIN 

 53.53

 58.16

 1:51.69

 24.

HÖRL Wolfgang 

AUT 

 53.01

 1:05.73

 1:58.74

 25.

LIGETY Ted 

USA 

 52.70

 1:28.44

 2:21.14

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