18.02.2021 17:50 |

Folgen des Lockdowns

Ansturm auf Beratungsstelle: Familien in der Krise

Familienberatungsstellen verzeichnen seit Beginn der Pandemie einen Ansturm: „Von Tag zu Tag geht es den Menschen schlechter. Ihnen geht langsam die Kraft aus“, schildert eine Beraterin der Caritas. Auch Familie Legen kennt diese Situation: Der zehnjährige Sohn verfiel im ersten Lockdown in eine Depression.

„Nach den ersten Wochen im Lockdown veränderte sich mein Sohn“, beschreibt Liliana Legen. Die 47-Jährige ist Alleinerziehende von zwei Söhnen. „Der komplette Alltag für die Kinder war plötzlich weg. Sie durften nicht mehr in die Schule, nicht mehr draußen spielen.“ Für den zehnjährigen Luka war eine Kinderdepression die Folge. „Besserung kam erst, als die Schule wieder begann“, erzählt Liliana Legen der „Krone“.

Vielen Familien geht es ähnlich, sagt Sandra Geisler, Leiterin der Beratungsstelle der Kinderfreunde: „Der Großteil der Klienten hat die Ressourcen aufgebraucht, die materiellen, psychischen oder körperlichen.“ Das berichtet auch Thomas Kapitany, ärztlicher Leiter des Kriseninterventionszentrums: „Wir sehen eine Zunahme von familiären Konflikten, Überlastung und Depressivität, besonders bei Heranwachsenden.“

Familienleben in einer Ausnahmesituation
Da sich viele Eltern durch die Pandemie selbst in einer Ausnahmesituation befinden, können sie ihren Sprösslingen nicht immer helfen, weiß auch Legen: „Ich arbeite im Restaurant Inigo der Caritas, schupfe den Haushalt und spiele Lehrerin. Wie lange ich das noch schaffe, weiß ich nicht.“

Viktoria Graf
Viktoria Graf
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