Vom Spital aus getürmt

Häftling gelang Flucht: Helfer jetzt verurteilt

Schüsse fielen, auf der A1 beim Knoten Steinhäusl in Niederösterreich war dann Endstation - für die Fluchthelfer. Nur sie standen am Donnerstag vor Gericht in St. Pölten. Denn der Häftling, der sich nach einer ambulanten Behandlung im Klinikum im November 2020 von den begleitenden Justizwachebeamten losreißen konnte, bleibt weiterhin untergetaucht.

Vor Richter Slawomir Wiaderek saßen zwei Männer und eine Frau. Und erzählten zuerst das Blaue vom Himmel. Ja, man sei halt so nach St. Pölten gefahren. Und die Frau sei halt so vor dem Klinikum gestanden. Und überhaupt kenne man sich ja kaum. Herr Rat glaubt kein Wort: „Man fährt von Wien nach St. Pölten, um Luft zu schnappen, oder wie?“

Und dann kamen sie, die gegenseitigen Beschuldigungen, die zu guter Letzt doch in Geständnissen mündeten.

5000 Euro - „fürs Zuschauen?“
Da war die Tatsache, dass man der Frau 5000 Euro angeboten hatte. „Fürs Zuschauen?“, kann sich der Richter nicht verkneifen. Nein, sie sollte doch Bescheid geben, wenn Häftling und Justizwache im Krankenhaus angekommen waren. Und die beiden Männer murmelten dann etwas von „Freundschaftsdienst“. Warnschüsse wurden abgefeuert, eine sofortige Alarmfahndung eingeleitet, aber der Entflohene ist weg.

Ins Netz ging das Fluchthilfe-Trio. Denn sie wollten mit Taxis entkommen, aber auf der Autobahn war dann Ende Gelände. Urteile: zwischen einem Jahr und sieben Monaten teilbedingt.

Gabriela Gödel
Gabriela Gödel
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