14.02.2021 19:56 |

Wegen Virus-Mutationen

Italien: Geplante Öffnung der Skigebiete gestoppt

Kurz vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien hat die Regierung in Rom den Start wieder gestoppt. Gesundheitsminister Roberto Speranza verlängerte am Sonntag das bestehende Wintersport-Verbot für Freizeitsportler. Als Grund nannte er in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch neue Virus-Varianten. Es wäre das erste Mal gewesen, dass in dieser Saison Skifahren in Italien erlaubt ist. In Tirol ist indessen ab Montag ein negativer Test zum Skifahren erforderlich.

Eigentlich hatte die Regierung in Rom erlaubt, dass der Skibetrieb in den sogenannten Gelben Zonen des Landes, wo das Corona-Risiko als mäßig gilt, ab Montag wieder losgehen sollte. Gelb sind unter anderem die Lombardei, das Aosta-Tal und Venetien.

Zuvor hatten sich die Warnungen der Virologen wegen steigender Corona-Zahlen gemehrt. Die Experten des wissenschaftlichen Komitees CTS, das die Regierung in Rom berät, hätten gegen die Öffnung der Skigebiete votiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag.

Hintergrund sei das Risiko der schnellen Ausbreitung von neuen Virus-Varianten. Der Berater des Gesundheitsministeriums, Walter Ricciardi, halte das Anfahren der Lifte für „nicht vereinbar“ mit den Corona-Zahlen, die sich zuletzt verschlechtert hatten.

Seilbahn-Betrieber erzürnt
Bei Seilbahn-Betreibern und anderen Unternehmen in den betroffenen Alpen-Zonen waren die Vorbereitungen für den Start bereits angelaufen. Von ihnen kam am Sonntag umgehend Protest gegen die Einschätzung der Experten. „Wir sind keine Marionetten“, betonte ein Sprecher des Verbands der italienischen Skiliftbetreiber. Die Skipisten seien dank strenger Anti-Covid-Vorgaben sicher.

In Italien waren zuletzt mehrere Ausbrüche mit verschiedenen Corona-Mutationen registriert worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden hängen gut 18 Prozent der kürzlich entdeckten Fälle mit der britischen Virus-Variante zusammen. Die Behörden in dem 60-Millionen-Einwohner-Land zählten bisher mehr als 2,7 Millionen Corona-Infizierte. Die Zahl der Menschen, die an einem Tag mit oder am Coronavirus gestorben sind, ist zuletzt wieder gestiegen. Am Sonntag wurden innerhalb von 24 Stunden 221 Todesopfer gezählt, am Vortag waren es 311. Die Zahl der Neuinfektionen sank von 13.973 auf 11.068, teilte das Gesundheitsministerium mit. Seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 2020 kamen insgesamt 93.577 Menschen ums Leben.

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