14.02.2021 06:00 |

In Kapstadt angesteckt

Hillinger nach Corona-Infektion: „Fürchterlich“

„Die südafrikanische Covid-Variante ist extrem gefährlich“, warnen Experten in der „Krone“. Und Winzer Leo Hillinger spricht über seine Corona-Infektion, die er in Kapstadt bekam.

Leo Hillinger steht auf seinem Partnerweingut Constantia Glen, inmitten von Rebstöcken. Seit Anfang des Monats ist er in Kapstadt, „um hier“, wie er sagt, „zu arbeiten“. Der Star-Winzer hat sich mittlerweile erholt von seiner schweren Corona-Infektion. Zwölf Kilo hat er dadurch abgenommen, „aber ansonsten fühle ich mich eigentlich wieder fit“.

„Es begann mit Fieber und Kopfschmerzen“
Die „Covid-Geschichte“ des Burgenländers: „Ende 2020 war ich - wie jetzt - aus beruflichen Gründen in Südafrika. Ich habe das Virus immer schon sehr ernst genommen und deshalb stets sämtliche Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Im Job, wenn ich bei der Erntevorbereitung mithalf oder Weine auslieferte. Und natürlich auch privat - wenn ich zum Beispiel in einen Supermarkt ging, um Lebensmittel einzukaufen.“

Zudem habe er sich regelmäßig Corona-Tests unterzogen. Aber kurz nach einem negativen Ergebnis hatte der 53-Jährige dann, „quasi von einer Sekunde auf die nächste“, eindeutige Symptome der Krankheit. Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber; bald verlor er den Geschmacks- und Geruchssinn. Schnell wurden die Beschwerden schlimmer, „letztlich litt ich sogar an Atemnot“. Einige Tage musste er in einem Spital behandelt werden, „danach war ich in meinem Appartement in Isolation“.

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Die Krankheit ist wirklich fürchterlich. Und keineswegs mit einer Grippe vergleichbar.

Leo Hillinger

Hillinger über die Zeit während der Infektion: „Vor allem psychisch hat mich mein Zustand belastet, ich fühlte mich extrem antriebslos.“ Weihnachten nicht mit seiner Familie verbringen zu können, „war eine schwierige Situation. Doch ich habe oft mit meiner Frau und meinen Kindern telefoniert - das half uns allen sehr.“

Wo, wie er sich angesteckt hat - „weiß ich bis heute nicht. Und ich habe keine Ahnung, welche Corona-Art ich hatte. Da meine Proben nicht sequenziert worden sind.“ Schließlich wurde der starke Ausbruch von B. 1.351 in Südafrika ja erst vor wenigen Wochen offenkundig - obwohl die Mutation dort schon seit vergangenem Herbst grassieren dürfte.

Die Angst vor einer großen Verbreitung
Längst ist sie auch in Österreich angekommen, Hunderte Fälle wurden mittlerweile in Tirol registriert; und das Virus greift bereits auf weitere Bundesländer über.

Virologen befürchten nun eine massive Ausbreitung dieser Variante, „die“, so Norbert Nowotny, „äußert infektiös und damit sehr gefährlich ist.“ Genauso wie der britische „Typ“ B. 1.1.7, der sich gerade explosionsartig in Österreich vermehrt: „Im Osten sind schon etwa die Hälfte der Covid-Erkrankten davon befallen.“

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Eine Durchimpfung der Bevölkerung ist dringend vonnöten. Damit nicht weitere Covid-Varianten entstehen können.

Infektiologe Herwig Kollaritsch

Eine rasche Durchimpfung der Bevölkerung sei daher dringend vonnöten, so Infektiologe Herwig Kollaritsch: „BioNTech und Moderna wirken, wenn auch ein wenig abgeschwächt, gegen B. 1.1.7 und B. 1.351“. Bei AstraZeneca bestehen hinsichtlich der südafrikanischen Mutation Zweifel. Und ob mit den bereits entwickelten Vakzinen weitere neue Corona-Formen bekämpft werden können, gilt ohnehin als ungewiss.

„Je mehr Möglichkeiten ein Virus hat, sich zu verbreiten“, erklärt Virologe Nowotny, „desto höher ist die Chance, dass es sich verändert.“ Die Entschärfung des Lockdowns, dessen sind sich die Experten einig, wäre „aus psychologischen Gründen gut für die Menschen. Aus epidemiologischer Sicht allerdings nicht.“

Seit Bekanntwerden von Hillingers Corona-Infektion ist der Top-Winzer in sozialen Medien einem „Shitstorm“ ausgesetzt. Er wird beschuldigt, die Mutation nach Österreich gebracht zu haben: „Das ist völliger Unsinn“, sagt er, „ich wurde vor meiner Heimreise mit einer Linienmaschine negativ getestet.“

„Habe in Südafrika keine Partys gefeiert“
Gerüchte, er besitze einen Privatjet und hätte mit einem Tiroler Gastronomen an Bord einen Zwischenstopp in Paris gemacht, seien daher „völlig absurd“. Genauso wie der Vorwurf, er hätte in Südafrika ausgelassene Partys geiert und Touren in Nationalparks unternommen: „Diese Behauptungen sind einfach falsch.“

Wahr sei einzig: „Ja, ich hatte Corona. Und ich weiß: Die Krankheit ist fürchterlich - und nicht mit einer Grippe vergleichbar.“

Martina Prewein
Martina Prewein
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