Briten-Virus steigt an

Jagd auf mutierte Varianten von Corona im Land

Bisher 566 Verdachtsfälle, die auf Mutationen hindeuten könnten. Die meisten „bedenklichen“ Proben fand man im Bezirk Wels-Land. Forscher spüren Virus-Varianten in vier heimischen Kläranlagen auf. 

Die Hiobsbotschaft kam am 14. Jänner: Der oberösterreichische Krisenstab meldete „zwei begründete Verdachtsfälle“, die auf die in Großbritannien entdeckte, gefährliche Coronavirus-Variante hindeuten. Zwei Wochen später war es dann Gewissheit: Fünf Fälle wurden offiziell bestätigt. Seither setzt sich der Negativ-Trend bei den Mutationen rapide fort. In den vergangenen Tagen bestimmten Labore immer mehr mögliche Verdachtsfälle. Am 9. Februar gab es 236, am 10. Februar 279, am 11. Februar 320 und gestern bereits 566. Bei 13 Fällen gilt die britische Mutation bereits als gesichert. Besonders betroffen sind die Bezirke Wels-Land und Vöcklabruck, in denen die meisten verdächtigen Proben aufgetaucht sind.

Britische Variante prescht vor
„Die britische Variante ist in ganz Europa auf Vormarsch“, bestätigt uns Elisabeth Schreier, Molekularbiologin am Kepler Uniklinikum. Mittlerweile bereiten weitere Mutationen den Medizinern in aller Welt Kopfzerbrechen– so etwa jene aus Südafrika, die bereits in Tirol vorliegt, oder die brasilianische Variante. Erst nach aufwändiger Sequenzierung von Verdachtsfällen können Labore mutierte Varianten aufdecken.

Abwasser als Spiegelbild
Ganz vorne mit dabei auf der Jagd nach Mutationen ist Norbert Kreuzinger – er prüft keine „Human-Tests“, sondern schaut in die Kloake. Als Mitglied einer Arbeitsgruppe an der Technischen Universität Wien untersucht er Abwässer auf Corona-Viren. In OÖ liefern die Kläranlagen Wels, Steyr, St. Wolfgang-Ischl und Freistadt Proben. Warum ist Abwasser so interessant? „Es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Alle Chemikalien, die wir verwenden, alle Krankheiten, die wir ausscheiden, landen im Abwasser, auch das Covid-Virus.“

Ampel vorerst orange
Seit Donnerstag leuchtet die Corona-Ampel in OÖ wieder orange. Jakob Hochgerner, Gesundheitsdirektor des Landes, ist optimistisch. Die Virus-Mutationen müsse man jedoch ständig im Auge behalten: „Im Moment wissen wir, dass wir einen relevanten Anteil haben. Noch sind die Zahlen insgesamt gut.“ Aktuell gab es 240 Neuinfektionen, 1610 Menschen sind erkrankt. Es gab keinen Todesfall.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Montag, 12. April 2021
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