11.02.2021 12:23 |

Situation „untragbar“

Ärger über AstraZeneca: „Impfaufstand“ am AKH Wien

Die Pflegekräfte des Wiener AKH zeigen sich mit den Vorgängen rund um die Impfung gegen das Coronavirus unzufrieden. Mittels einer Online-Petition fordern sie eine Anpassung des Impfplans - insbesondere dass für viele nun das Präparat von AstraZeneca vorgesehen ist, sorgt für Unverständnis. Es sei zudem „untragbar“, dass Mitarbeiter mit engem Patientenkontakt noch immer nicht geimpft sind, so der Betriebsrat.

In einer an die Klinikleitung gerichteten Online-Petition, die am Donnerstagvormittag bereits mehr als 500 Pflegemitarbeiter unterschrieben hatten, wird dagegen protestiert, dass am AKH derzeit ausschließlich der Impfstoff von AstraZeneca und nicht mehr das ursprünglich vorgesehene Produkt von Biontech/Pfizer verimpft wird. Auch Teile der Ärzteschaft rebellieren.

Sorge wegen geringerer Wirksamkeit
Die Klinikleitung hat daher für Donnerstag eine Info-Veranstaltung mit namhaften Experten anberaumt, die die Bedenken gegen AstraZeneca zerstreuen sollen. Der Impfplan war angepasst worden, nachdem es bei Biontech/Pfizer zu Lieferengpässen gekommen war.

In der Petition der Pflege wird gegen das britisch-schwedische Vakzin ins Treffen geführt, es habe „im Idealfall eine Wirkung von 58 bis 82 Prozent“ gegen leichte Verläufe und sei damit deutlich weniger effektiv als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna, die hierzulande schon länger im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden.

Abkehr vom aktuellen Impfplan nötig
Das „nächste Übel“ sei „die lange Dauer bis zur Wirksamkeit“, denn bei AstraZeneca trete diese erst zwölf Wochen nach der Impfung ein, bei den anderen beiden Impfstoffen schon nach drei. „Personal, das erst jetzt die Möglichkeit einer Impfung bekommt, wäre erst Mitte Mai geschützt - ein unerträglich langer Zeitraum, wenn man die Arbeit am Patienten und die entstandenen Mutanten berücksichtigt“, heißt es in der Petition, in der eine Abkehr vom aktuellen Impfplan gefordert wird.

Viele immer noch nicht geimpft
Die Mitarbeiter müssten „die hochwirksamen Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna“ bekommen, um bestmöglich geschützt zu sein. In einem Rundschreiben fordert der Vorsitzende der AKH-Personalvertretung, Wolfgang Hofer, vom Management eine Lösung in der Impfstoff-Diskussion sowie eine klare Teststrategie. Es sei „untragbar, dass es Kolleginnen und Kollegen mit engem Patientenkontakt gibt, die noch immer nicht geimpft sind“.

Quelle: APA

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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