11.02.2021 19:00 |

Fake-Rechnung per Mail

Das schmutzige Geschäft mit dem Coronavirus

Gefälschte FFP2-Masken, unwirksames Desinfektionsmittel oder Rechnungen von Scheinfirmen: Krisenzeiten, wie die aktuelle Corona-Pandemie, sind auch die Zeiten von Betrügern. Dabei wird vor allem die Unsicherheit der Menschen ausgenützt. Ein Tiroler Elektrotechniker merkte den Schwindel zum Glück rechtzeitig.

Für die Mitarbeiter und Kunden in seinem Betrieb bestellte der Unterländer bereits im Frühjahr 2020 massenweise Desinfektionsmittel. „Es war damals nicht leicht, etwas zu bekommen, da sich jeder eindecken wollte“, erinnert sich der Elektrotechniker. Die bestellte Ware wurde aber dann doch noch sehr zügig geliefert.

Rechnung im Namen von aufgelassener Firma
Vergangene Woche staunte der Chef eines achtköpfigen Teams aber nicht schlecht, als plötzlich per E-Mail eine Rechnung in Höhe von 270 Euro für 36 Flaschen Desinfektionsmittel in seiner Firma eintrudelte. „Ich dachte im ersten Moment, dass damals vielleicht vergessen wurde, die Rechnung zu bezahlen“, erklärt der Unternehmer der „Krone“. Er wollte eigentlich einer Mitarbeiterin bereits den Auftrag erteilen, das Geld zu überweisen. Doch dann wurde der Tiroler doch noch stutzig und begann mit seinen Nachforschungen...

Wie sich herausstellte, war die Rechnung gefälscht. „Die Firma, die diese augenscheinlich ausgestellt hatte, habe ich tatsächlich im Internet gefunden. Allerdings wurde sie vor über einem Jahr aufgelassen.“

„Corona-Seiten“ locken meist in eine Abzockfalle
Betrügereien dieser Art sind – wie die „Krone“ immer wieder berichten muss – derzeit leider kein Einzelfall. Viele Gauner nützen die Corona-Krise schamlos aus.

Dies zeigt auch die Registrierung neuer Domains mit dem Wort „Coronavirus“. „Diese Webseiten haben zuletzt einen Boom erfahren. Viele werden aber von Kriminellen missbraucht“, warnt auch Klaus Gheri, Europachef der IT-Sicherheitsfirma Barracuda Networks mit Sitz in Innsbruck.

Gefälschte Tests schon für rund elf Euro im Netz
Und auch das Geschäft mit negativen Testbescheinigungen soll vor allem in Osteuropa bereits blühen. Auf Wunsch werden Belege, die man schon für rund elf Euro bekommt, angeblich sogar mit einem QR-Code ausgestellt. „Teilweise kann man gefälschte Testergebnisse sogar im Internet herunterladen“, wird der deutsche Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg von mehreren Medien zitiert. Aufgrund von Sprachbarrieren sei die Überprüfung für Behörden kaum machbar.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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