09.02.2021 11:57 |

„Minimale Entlastung“

4500 Arbeitslose weniger, aber BIP-Einbruch

Von einer „minimalen Entlastung“ in Sachen Arbeitslosenzahlen hat Arbeitsminister Martin Kocher bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck und Finanzminister Gernot Blümel (beide ÖVP) gesprochen. Aktuell befinden sich 525.992 Personen in Arbeitslosigkeit oder Schulung, das sind um rund 4500 Menschen weniger als in der Vorwoche. Der massive Wirtschaftseinbruch dauert aber an, die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag laut Wifo-Berechnungen knapp 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Für die Berechnung des wöchentlichen Wirtschaftsindex verwendet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) 14 Datenquellen, unter anderem Lkw-Fahrleistung, Stromverbrauch, Arbeitslosenzahlen und Zahlungsverkehrsdaten. In Sachen Wirtschaftsleistung sei man natürlich über die „zarten Öffnungsschritte“ froh, so Blümel am Dienstagvormittag.

Lockdown kostet eine Milliarde pro Woche
Denn aktuell koste der harte Corona-Lockdown rund eine Milliarde Euro Wertschöpfung pro Woche. Ziel müsse es dennoch sein, die Infektionszahlen so niedrig wie möglich zu halten. 

Industrie, Bauwirtschaft und der Export als Wirtschaftsstützen
Aufgrund der Corona-bedingten Tourismus-Sperre verliert Österreich aktuell pro Woche laut Wifo im Bereich Beherbergung und Gastronomie rund 3,5 Prozent der Gesamt-Wirtschaftsleistung. Eine positive Stütze für die heimische Wirtschaft seien die Industrie, Bauwirtschaft und der Export, wie Wirtschaftsministerin Schramböck betonte. 

Die Ministerin kündigte zudem an, dass Unternehmen, die Corona-Tests an Mitarbeitern und Kunden durchführen würden, finanzielle Unterstützung erhalten würden. Große Unternehmen ab 50 Mitarbeitern sollen sich zudem bei der AGES registrieren, um ihre Daten in das System einzuspielen.

Rund 450.000 Personen in Kurzarbeit
Wegen der Corona-Krise sind die Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen weiter auf extrem hohem Niveau. Derzeit sind rund 450.000 Personen in Kurzarbeit, in der Vorwoche waren es knapp 459.000. Man dürfe allerdings diese Zahl nicht überbewerten, so Kocher. Da die Kurzarbeit auch rückwirkend abgerechnet werde, werde man hier einen Rückgang erst mit einer gewissen Verzögerung erkennen.

Das Arbeitsmarktservice versucht trotz Corona-Pandemie so viele Arbeitskräfte wie möglich zu vermitteln. Im Jänner gab es 44.500 Arbeitsaufnahmen, um rund 9000 weniger als im Vorjahr. Aktuell gibt es laut AMS 58.000 offenen Stellen österreichweit, von denen 39.000 im Jänner 2021 neu dazugekommen sind.

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