Tilman Königswieser:

„FFP2-Maske wird uns noch länger begleiten“

Krisenstabsmitglied Tilman Königswieser über einige Pandemie-Lehren für die Zukunft im „Krone“-Interview. Auch wenn die Corona- Hochphase nun vorbei ist, bleiben womöglich noch lange Folgen für die Alltagskultur.

Krone: In der Pandemie gibt es sinkende Infektionszahlen bei bestimmten Kinderkrankheiten, Grippefälle gar keine. Was können wir für die Zukunft daraus lernen?
Dr. Tilman Königswieser: Was wir eigentlich seit jeher wissen, aber jetzt gerade eindrucksvoll beweisen können, ist, dass Händehygiene, Abstand und natürlich auch die Maske vor solchen Infektionen schützen. Und all die Krankheiten, die über Tröpfchen ausgebreitet werden, das beste Beispiel ist aktuell die jährliche Grippe, haben es jetzt schwer.

Krone: Das heißt, die Basismaßnahmen gegen eine Infektion mit Corona-Viren sollten wir überhaupt beibehalten?
Dr. Königswieser: Die Hygienemaßnahmen sind extrem wichtig zur Unterbrechung der Verbreitung von Infektionskrankheiten. Wenn wir uns aktuell alle daran halten würden, bräuchten wir das ganze Pipapo rundherum nicht. Wir werden die Asiaten nicht mehr auslachen, wenn sie im Winter die Maske tragen, sondern es werden wahrscheinlich viele von uns automatisch selbst dazu greifen. Die Maske ist wirklich ein sehr guter Schutz.

Krone: Welche Art von Maske?
Dr. Königswieser: Das hängt davon ab, vor was man sich schützen will. Wir wissen, dass vor Influenza der Mund-Nasen-Schutz ausreichend ist, nämlich auch als Selbstschutz. Beim Sars-Cov-2-Virus, das infektiöser ist, ist die FFP-2-Maske da natürlich ein noch besserer Schutz. Manche empfinden sie als lästig, aber mir taugen persönlich die FFP2-Masken nicht so schlecht, weil sie gut sitzen.

Krone: Auch für zukünftige Winter würden Sie sich wünschen, dass zu unserer Alltagskultur die Maske dazugehört?
Dr. Königswieser: Solange wir bei Covid-19 noch keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung haben, würde ich, für mich gesagt, im nächsten Winter auch die FFP2-Maske tragen, um mich zu schützen und um mein Gegenüber zu schützen. Dass man den Schutz trägt, wenn man sich unwohl fühlt und mit anderen in Kontakt kommt, ist auch in Zukunft vernünftig. Ich glaube, gerade wir Mediziner werden viel, viel mehr Masken tragen, besonders in den Wintersaisonen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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