Landesrätin erklärt:

„Die Impfregeln müssen für alle gelten!“

An vorderster politischer Front kämpft Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig gegen das Coronavirus an. Im „Krone“-Interview verrät sie, was sie von Impf-Vordränglern und vagen Prognosen hält.

Frau Landesrätin, worauf kommt es in der jetzigen Phase der Pandemie besonders an?

Ulrike Königsberger-Ludwig: Impfen, Testen und Ansteckungsketten stoppen. Das wird entscheidend sein, damit wir wieder schnell in ein normales Leben zurückkehren können. Masken werden zudem für lange Zeit unverzichtbar bleiben.

Inwiefern hat die Mutation des Virus die Pläne des Landes zur Pandemiebekämpfung durchkreuzt?

Für die Einschätzung der Mutationen und mögliche weitere Schritte benötigen wir noch das abschließende Urteil der Forschung und Fachexperten. Trotzdem werden die verschiedenen Varianten am Bild der gesundheitsbehördlichen Tätigkeit wenig ändern. Es geht stets darum, Infektionsfälle schnell zu erkennen, diese unter Quarantäne zu stellen und schnellstmöglich herauszufinden, mit wem die infizierte Person Kontakt hatte.

Dramatisch war die Entwicklung in den Pflegeheimen. Hunderte Menschen starben an den Folgen des Virus. Warum wurde dieser Bereich nicht besser geschützt?

Wir haben schon in einer frühen Phase für besondere Schutzmaßnahmen gesorgt. Es ist immer ein Abwägen zwischen Isolation und Zutrittsmöglichkeiten sowie der persönlichen Freiheit der Bewohner. Deshalb hatte das Infektionsgeschehen, das wir in der Bevölkerung vorfinden, auch stets in den Einrichtungen seine Auswirkung. Zuletzt halfen engmaschige Antigen-Schnelltests, die Lage deutlich zu verbessern. Aktuell läuft gerade die zweite Teilimpfung in den Heimen. Damit ist der höchstmögliche Schutz der älteren Generation sichergestellt.

Ist die geplante Abwicklung der Massenimpfungen über die Hausärzte nicht auch riskant? Kritiker fürchten, dass es dadurch zu Bevorzugungen kommen wird.

Ich bin überzeugt davon, dass sich die Ärzte an den Impfplan halten werden. Sie sind jene Gesundheitsexperten, die den direktesten Kontakt zur Bevölkerung haben. Ihre große Bereitschaft mitzuwirken ist erfreulich und wird dazu beitragen, dass wir als Flächenbundesland für eine dezentrale, wohnortnahe Impfung sorgen können und eine hohe Durchimpfungsrate erreichen werden. Bis genügend Impfstoff zur Verfügung steht, hier sind wir von den Lieferungen des Bundes abhängig, ist mir die Impfreihenfolge ein besonders großes Anliegen.

Was sagen Sie Politikern, die sich beim Impfen vorgedrängelt haben?

Es gibt klare Vorgaben, die für alle gelten und an die man sich auch zu halten hat. Wir gehen hier nach der Strategie des Nationalen Impfgremiums vor, weil sie sinnvoll ist. Es ist genau geregelt, wer zu impfen ist und dass keine Impfdosis übrig bleiben soll. Der Impfstoff ist einfach zu kostbar. Bleibt was übrig, sind Personen zu finden, die gemäß Priorisierung infrage kommen. Ich kann nur für mich sagen, dass ich mich auf jeden Fall impfen lasse. Und zwar, wenn ich laut Impfplan an der Reihe bin.

Sehen Sie Licht am Ende des Tunnels?

Ich halte von diesen plakativen Sagern wenig. Jeder kann seinen Beitrag leisten und sich selbst und andere schützen.

Interview: Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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