12.01.2021 05:55 |

DNA-Analyse in Tirol

Hinrichtung in Chile 47 Jahre später aufgedeckt

Nach fast 47 Jahren hat die Familie nun Gewissheit - wenn auch eine erschütternde, traurige: Der damals in Chile verschollene Carlos Zelaya wurde hingerichtet - erschossen von Soldaten während des Militärputsches. DNA-Experten in Innsbruck identifizierten das Opfer anhand von Knochenfragmenten und deckten den Mord auf. Die noch lebenden Verdächtigen wurden angeklagt.

7. Februar 1974, fünf Monate nach dem blutigen Militärputsch in Chile: Familienvater Carlos Zelaya wird mittags auf seinem Arbeitsplatz, einem Weingut in den Bergen von Carafi, von drei Soldaten grundlos überwältigt, verhaftet und auf eine Polizeistation verfrachtet. Ab diesem Zeitpunkt war Zelaya wie vom Erdboden verschluckt. 47 Jahre lebten seine drei Töchter und sechs Söhne in Ungewissheit, suchten verzweifelt nach Antworten.

Vor ein paar Tagen übermittelte ihnen die Justizministerin des Landes schlussendlich per Videochat persönlich die langersehnten Antworten: Ihr Vater sei Stunden nach der Verhaftung von den drei Soldaten zu einem abgelegenen Ort gebracht worden. Ein damals vom Militär häufig genutzter Platz für illegale Hinrichtungen, wie sich später herausstellte. Zelaya wurde von den drei Soldaten eiskalt erschossen.

Knochenfragmente konnten Vermisstem zugeordnet werden
Was man aber ohne rot-weiß-rote Hilfe wohl nie hätte beweisen können! Denn vor drei Jahren gab die Erde Knochenfragmente frei, die chilenische Ermittler an das Institut für Gerichtsmedizin der Medizinischen Universität Innsbruck schickten. Und den heimischen DNA-Experten gelang es, die genetischen Spuren dem seit 1974 als vermisst geltenden Mann zuzuordnen.

Die mutmaßlichen Killer sind noch am Leben - und wurden von der Ministerin höchstpersönlich angeklagt.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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