11.01.2021 07:00 |

Mysteriöser Fall

Wurde kranker Hund kaltblütig erschossen?

Das mysteriöse Verschwinden ihres Hundes bei einem Almausflug lässt eine Tirolerin aus dem Unterland nicht auf sich sitzen: Nachdem sie den ganzen Dezember nach ihrem Tier gesucht und Indizien sichergestellt hat, ist sie sich sicher: Ein Jäger habe das kranke Tier kaltblütig erschossen und dann mit dem Auto abtransportiert.

Acht Jahre hatte der Vierbeiner seinem Frauchen zur Seite gestanden. Aufgrund seiner Arthrose in der Hüfte war der gemütliche Hund nicht mehr so agil, trotzdem unternahm er noch Ausflüge mit seiner Besitzerin – so auch am 2. Dezember.

Zwei Wochen gesucht
Die Unterländerin ging gemeinsam mit zwei Hunden, darunter auch der Verschwundene, eine Almrunde. Oben angekommen jausnete die Frau kurz und stieg daraufhin wieder ab. Der kranke Vierbeiner kam nicht gleich mit, was wegen seiner gemütlichen Art aber normal war. „An einer Kurve kam uns ein Jäger im Auto entgegen“, schildert sie.

Anstatt zur Alm hochzufahren, blieb er in der Kurve stehen. Die Frau setzte ihren Abstieg fort. Währenddessen telefonierte sie - „ich glaube, deshalb habe ich den Schuss nicht gehört“. Am Parkplatz war weit und breit kein Hund aufzufinden. Es folgte eine vierzehn Tage lange Suchaktion. Familie, Freunde, ein Suchhunde-Team und Freiwillige, darunter auch Bergführer und Jäger, halfen mit.

Am vierten Tag fand die Unterländerin zufällig direkt bei der Alm ein Stück Fleisch, nachdem hauptsächlich im Wald gesucht worden war – es handelte sich um ein Ausschussstück. Später konnte auch eine Blutspur entdeckt werden, sie führte über einen Hügel auf einen Forstweg. Bis heute konnte das tote Tier nicht gefunden werden.

Verdacht erhärtete sich
Eine Laboruntersuchung ergab, dass das Fleisch von einem männlichen Hund, etwa 30 Kilo schwer, stammen muss. Es werden in der Umgebung keine anderen Tiere vermisst, auf die diese Beschreibung zutrifft. Für die Unterländerin erhärtete sich der Verdacht, dass der Jäger, den sie an besagtem Tag antraf, ihr Tier erschossen hatte – er half auch als einziger nicht bei der Suche. Sie erstattete Anzeige und erhielt wenig später einen Anruf vom Beschuldigten: „Er schrie, er hätte sehr gute Anwälte und ich sollte die Anzeige zurückziehen.“

Landesjägermeister Anton Larcher konnte am Sonntag noch nicht zu dem Fall Stellung beziehen. Er betonte aber: „Das Letzte, was einem Jäger einfällt, ist einen Hund zu erschießen. Damit ist immer ein Familienschicksal verbunden.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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