Österreichs Tennis ist mittlerweile seit Jahren im Herren-Doppel konstant in der absoluten Weltklasse vertreten. 2007 erreichte Julian Knowle an der Seite des Schweden Simon Aspelin als erster ÖTV-Spieler überhaupt das ATP-World-Tour-Finale und zog damals sensationell in Shanghai sogar bis ins Endspiel ein. Im Vorjahr waren Kubot/Marach trotz zweier Gruppensiege nur knapp am Aufstieg gescheitert und heuer sind sogar in beiden Gruppen Österreicher vertreten.
Melzer sieht die Bryans als Favoriten
Zwar ist es für Jürgen Melzer nichts mit dem historischen Double geworden, - er hätte als erster Spieler seit dem Spanier Emilio Sanchez vor 20 Jahren im Einzel und Doppel das allgemein immer noch Masters genannte Saisonfinale erreichen können -, dennoch hat er sich noch einiges vorgenommen. Den Turniersieg hatte Melzer durchaus frech als Ziel genannt: "Ich denke, dass alle acht Teams dort oben ungefähr die gleichen Chancen auf den Titel haben - mit Ausnahme vielleicht der Bryans, die ich als leichte Favoriten sehe", erklärt Melzer.
Auf die topgesetzten US-Zwillinge treffen Melzer/Petzschner (8) schon am Sonntag (13.15 Uhr) in Gruppe A, die weiteren Pool-Gegner sind Lukas Dlouhy/Leander Paes (CZE/IND-4) und Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski (POL-6). Kubot/Marach (5) messen sich in Gruppe B zum Auftakt am Montag (13.15) mit Mahesh Bhupathi/Max Mirnyi (IND/BLR-3), danach bekommen sie es mit Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (CAN/SRB-2) und Wesley Moodie/Dick Norman (AUS/BEL-7) zu tun.
Ein seltsames Paar
Melzers Doppelpartner, der lange rekonvaleszent war, ist wieder fit, das Duo trainierte zuletzt drei Tage in Wien und reiste am Donnerstagvormittag nach London. "Wir sind wahrscheinlich das außergewöhnlichste Paar im Feld: Wir sind die einzigen, die keine reinen Doppel-Spezialisten sind, haben mit großem Abstand die besten Einzel-Rankings, sind - ohne überheblich klingen zu wollen - die besten Tennisspieler im Feld", schreibt Melzer. Doch der Erfolg werde vom Aufschlag abhängen, vom Return her seien er und sein deutscher Partner gefährlich. "Ich bin sicher, dass in London niemand gerne gegen uns spielt."
Die Zielsetzung: Als Gruppenzweite hinter den Bryans ins Halbfinale aufsteigen. Daher sei ein Sieg im Auftaktmatch gegen die US-Amerikaner kein Muss. Melzer freut sich sehr auf das neue Erlebnis Masters: "Bisher hab ich nur davon gehört, wie mega dort alles aufgezogen ist, dass die Spieler mit dem Schiff zur Anlage fahren, nun darf ich das selbst erleben."
Für den Einzel-Bewerb haben sich Fernando Verdasco und Michail Juschnij fit gemeldet, berichtet Melzer. "Die kassieren dort sehr ordentlich dafür, dass sie eine Woche auf Stand-by sind. Und zwar wirklich Stand-by, die beiden haben nämlich die Verpflichtung, die ganze Woche in der Halle zu verbringen." Melzer wäre als Elfter in der Wertung 2010 im Falle eines Ausfalls zweiter Ersatzmann gewesen.
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