02.01.2021 19:00 |

Wenig Betrieb

Steirische Ski-Gebiete hadern mit Richtlinien

Sechs Tage nach Ansturm herrschte auf den Ski-Bergen des Ennstals deutlich weniger Betrieb. Beschränkungen bei Beförderungen machen Betreibern zu schaffen. Der Corona-Winter reißt riesiges Loch in Bilanzen der Wintersportgebiete.

„Mein Benjamin wird da schnell zwider, bitte geht’s etwas auseinander.“ Mit einer gehörigen Portion Ennstaler Charme mahnt Sicherheitsmann Gerald Gschiel mit seinem Babyelefanten bei der Talstation am Hauser Kaibling die Einhaltung der Corona-Maßnahmen ein.

Wobei, so richtig viel Grund zum Grantigsein hatte „Benjamin“ beim „Krone“-Lokalaugenschein am Samstag auf einem der beliebtesten steirischen Skiberge nicht wirklich. Zum einen lag das daran, dass sich die Leute wirklich diszipliniert an die Maßnahmen, wie eben die Abstandsregelung oder auch das Tragen von FFP2-Masken im Liftbereich, hielten - zum anderen war einfach wenig los. Musste vor einer Woche in Haus noch die Zufahrt wegen Überfüllung gesperrt werden, hatte man am Samstag am Parkplatz freie Auswahl.

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Die Bilder von letzter Woche haben gezeigt, dass es überall noch Potenzial zur Optimierung gibt, auch bei uns. Die Beschränkung bei der Beförderung bleibt aber ein Problem.

Klaus Hofstätter, Geschäftsführer Hauser Kaibling

Zehn Millionen Euro Minus
„Es ist leider sehr ruhig geworden. Die Stimmung unter den Skifahrern ist aber nach wie vor gut“, sagt Klaus Hofstätter, Geschäftsführer am Hauser Kaibling. An die 300.000 Euro hat man heuer in die Corona-Maßnahmen investiert - so etwa in 250.000 Buff-Schals, die aber nach einer neuerlichen Verordnungsänderung der Bundesregierung obsolet wurden. Bisher haben sich die Investitionen nicht wirklich rentiert. „Bleiben die aktuellen Bedingungen, wovon ich fast ausgehe, fehlen uns heuer 70 Prozent vom Umsatz - das werden am Ende rund zehn Millionen Euro sein.“

Gut 3000 Besucher bräuchte man am Kaibling pro Tag, um kostendeckend fahren zu können. Eine Zahl, die man bisher eben nur am 27. Dezember erreicht hat. „Wir fahren mit allen Anlagen, um die Leute möglichst zu verteilen - aber irgendwie müssen halt alle einmal auf den Berg und da ist die Kapazitätsbeschränkung, dass wir nur vier statt acht Leute in die Gondel lassen dürfen, ein großes Problem“, befindet Hofstätter.

Kapazitätsbeschränkung „Unsinn“
Ähnlich sieht man das ein paar Berge weiter östlich auf der Riesneralm. „Die 50-Prozent-Regelung bei der Beförderung ist aus meiner Sicht Unsinn. Bei unserer Riesnerbahn dürfen etwa nur zwei Leute fahren, oben bei der Krispenbahn aber vier, nur weil es da keine Abdeckung gibt - dabei könnte man die ja generell fixieren, damit sie niemand schließen kann“, sagt Riesneralm-Chef Erwin Petz. „Die Bilder von den Schlangen vor den Liften sind nur dieser Regelung geschuldet.“

„Sein“ Berg wurde am vergangenen Sonntag ob des Ansturms polizeilich gesperrt. „Wir haben daraufhin den Parkplatz noch einmal vergrößert, um Engstellen zu vermeiden." Die Kapazitätsgrenze von 1500 Tagesgästen wurde am Samstag allerdings bei Weitem nicht erreicht.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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