01.01.2021 11:16 |

Anzeige, Suspendierung

Polizist soll Munition an Neonazis verkauft haben

Knalleffekt bei den brisanten Ermittlungen zum rechten Terror in Österreich: Ausgerechnet ein Polizist des Landeskriminalamtes Niederösterreich soll der Bande rund um eine heimische Neonazi-Größe 5000 Schuss für schwere Kaliber wie Maschinengewehre verkauft haben. Die Behörde reagierte sofort - Anzeige und Suspendierung!

Bei dem verdächtigen Beamten (es gilt die Unschuldsvermutung) handelt es sich um einen ausgebildeten Waffenmeister. Der Revierinspektor war als Sachverständiger für den Staatsschutz oft bei sogenannten Military-Messen.

Dort soll er - laut Geständnis eines verhafteten Mittäters der Neonazi-Bande - auch Kontakt zum rechten Milieu geknüpft haben. Wie berichtet, gilt als Kopf der Gruppe, die eine deutsche Miliz rund um Motorrad-Rocker mit Waffen aufrüsten wollte, ein einstiger Briefbomben-Angeklagter.

Bei drei Treffen soll der Beamte der rechten Hand des Bandenbosses jedenfalls insgesamt 5000 Schuss Munition für Maschinenwaffen um 850 Euro verkauft haben. Durch Verlassenschaften, über die ihn Bezirksbehörden beruflich informierten, hatte er leichten und billigen Zugang.

Beamter ohne Reue nach Waffendeal mit Neonazis
Die Leitung des Landeskriminalamtes Niederösterreich reagierte umgehend und erstattete Anzeige unter anderem wegen Amtsmissbrauch. Zudem wurde der Polizist suspendiert und seine Wohnung durchsucht. Bei einer Verurteilung droht ihm der komplette Verlust der Beamtenpension. Reue oder Schuldbewusstsein zeigt der Verdächtige aber nicht ...

Mittlerweile hat die historische Verantwortung bei der Polizeiausbildung durch eine Kooperation mit Bildungsexperte Daniel Landau höchsten Stellenwert. Vonseiten des Innenministeriums wird betont, es gebe „null Toleranz bei jeglicher Nähe zu Rechtsextremen“.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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