16.12.2020 08:00 |

Tiroler Tourismus

Ein Drittel des Wintergeschäfts schon verloren

Bis zu 27 Millionen Nächtigungen lukrierte der Tiroler Tourismus in den vergangenen Wintersaisonen. Heuer ist ein Drittel des Geschäfts bereits weg. In der Tiroler Werbung hofft man auf die Nahmärkte, sollte sich die Corona-Lage entspannen. Im Marketing hat das Wort Sicherheit den Slogan „große Freiheit“ abgelöst.

30 Prozent des Wintergeschäfts macht der Tiroler Tourismus normalerweise von November bis nach den Weihnachtsferien. Mit fünf Gletscherskigebieten haben die heimischen Gastgeber einen Startvorteil. Der fiel heuer natürlich flach. Doch vor allem das nicht vorhandene Weihnachtsgeschäft schmerzt. „Wie es danach weitergeht, können wir immer noch nicht einschätzen. Das wird vor allem davon abhängen, wann die Reisewarnungen – vor allem in Deutschland – aufgehoben werden“, verweist Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung, auf die dominante Bedeutung der deutschen Gäste, die mehr als 50 Prozent der Winternächtigungen buchen.

Bangen um Deutsche, hoffen auf Holländer
Die Lust auf Winterurlaub ist bei den sonst so reisefreudigen Nachbarn sehr gebremst. Laut einer Studie wollten zu Saisonstart 31 Prozent der deutschen Gäste gleich ganz auf Schnee-Urlaub verzichten und 45 Prozent, wenn das Risiko hoch bleibt. Bei den ebenfalls wichtigen Niederländern waren im November noch 73 Prozent guter Dinge und urlaubshungrig. 600.000 Niederländer kommen normalerweise in einem Winter. Auf viele von ihnen hofft man auch heuer.

5 Mio. Euro Budget und eine zentrale Botschaft
„Wir fokussieren unsere Marketingaktivitäten stark auf die Nahmärkte und starten eine Werbekampagne, sobald eine Aufhebung der Reisewarnungen in den wichtigsten Märkten abzusehen ist“, beschreibt Phleps die Strategie, die sich freilich jeden Tag ändern kann. Fünf Millionen Euro Kommunikationsbudget hat die Tirol Werbung heuer. Wo sonst die große Freiheit auf den Pisten in den schönsten Bildern gezeichnet wird, geht es heuer vor allem um die wenig prickelnden Themen Sicherheit und Gesundheit. Dazu wurde mit willkommen.tirol sogar eine eigene Gästeseite im Internet konzipiert. Vieles spielt sich heuer online ab. Auch bei den Werbeaktivitäten.

Engländer lassen aus, Österreicher ungewiss
Vom nicht unwichtigen englischen Markt erwartet sich Phleps heuer eigentlich gar nichts. Nicht nur wegen Corona, „sondern auch, weil das Thema Brexit viele Unsicherheiten mit sich bringt“. Gemeinsam mit der Österreich-Werbung wird dort schon für den Winter 2021/22 getrommelt.

Frau und Herrn Österreicher kommt heuer besondere Bedeutung zu. Wenn überhaupt, sind sie die einzig berechenbare Größe. Wobei: Groß ist der Österreicher-Anteil mit 7 Prozent der Winternächtigungen – in Summe 1,8 Millionen – nicht. Da ist noch Luft nach oben. Diese wird heuer wohl auch nicht erklommen werden, gibt sich Phleps aber realistisch.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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