15.12.2020 09:00 |

Naturschützer jubeln

„Der Wolf ist eh schon über alle Berge“

Mehr als ein Jahr ist es her, dass ein Problemwolf auf der Tofernalm im Großarltal innerhalb eines Monates 24 Schafe und drei Rinder im Pongau gerissen hat. Im heurigen Juni erlaubte die Bezirkshauptmannschaft daraufhin den Abschuss des Raubtieres. Nun hat das Landesverwaltungsgericht den Bescheid wieder aufgehoben.

Zwischen 24. Juni und 15. Juli 2019 tötete ein einzelner Wolf 24 Schafe, drei Rinder und verletzte vier weitere Tiere im Großarl- und Gasteinertal. Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann erlaubte im heurigen Juni den von der Agrargemeinschaft Tofernalm beantragten Abschuss des Raubtieres in der betroffenen Region. Doch schon damals kamen auch bei Experten Zweifel an der Umsetzbarkeit des Abschusses auf. „Der Bescheid wäre ohnehin nur bis 31. Dezember gültig gewesen, und der Wolf ist vermutlich schon über alle Berge“, erklärt Wolfsbeauftragter Hubert Stock.

Nun hat das Landesverwaltungsgericht dem Einspruch von Naturschützern stattgegeben. Agrargemeinschafts-Obmann Gerhard Huttegger wollte sich am Montag nicht näher zu der Aufhebung äußern.

Umweltschützer sehen sich indessen in ihrem Kampf für den Schutz des Wolfes bestätigt. „Der Bescheid hatte nicht nur verfahrensrechtliche, sondern auch inhaltliche Mängel“, betont Christian Pichler von WWF. Pichler fordert bessere Herdenschutzmaßnahmen von der Politik. Landwirte wie Walter Steiner halten davon jedoch nichts. Der Hüttauer hält drei Herdenschutz- und zwei Hütehunde und findet: „Bei Herdenschutz steht man derzeit ganz allein da, zudem ist er nur bedingt umsetzbar.“

Landesjägermeister Maximilian Mayr-Melnhof bezog am Montag klar Position: „Naturschutz endet bei den Raubtieren.“

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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