15.12.2020 06:00 |

Notfallplan Altersheim

Wie die Zukunft heimischer Hotels aussehen könnte

Gähnende Leere herrscht nach wie vor Corona-bedingt in steirischen Beherbergungsbetrieben, vor allem in der Grazer Stadthotellerie spitzt sich die Situation weiter zu. An innovativen Konzepten zur Wiederbelebung wird längst gefeilt, auch die Umwandlung zu Studenten- oder Seniorenheimen steht im Raum.

Als „Kostenoptimierungs-Künstler“ bezeichnet Graz-Tourismus-Chef Dieter Hardt-Stremayr „seine“ Hoteliers. Denn anders könne man sich nicht erklären, wie die vielen hart von der Krise Betroffenen eine so lange Durststrecke übertauchen können. „Die Lage ist wirklich ernst“, sagt er, eine Entspannung der Situation wird „frühestens für das nächste Frühjahr“ erwartet.

Geschäftsreisende erlaubt
Erst am Montag warnte Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), vor einer drohenden Pleitewelle in der heimischen Hotellerie, in der steirischen Landeshauptstadt könne davon aber noch keine Rede sein: „Anders als beim ersten Lockdown sind Geschäftsreisen ja aktuell erlaubt. Das macht für die Beherberger einen Unterschied“, erklärt Hardt-Stremayr.

Hotelmanager mit Weitblick
Trotz vieler freier Betten bleibt Florian Ultsch entspannt. Der 33-Jährige betreibt in Hart, südöstlich von Graz, das Hotel „Harry’s Home“. Dass er noch ruhig schlafen kann, hat er seinem Vater Harald zu verdanken, der bereits im Jahr 2006 visionär agiert hat: „Auch wenn daran noch lange nicht gedacht wird, aber wenn alle Stricke reißen, kann das Hotel sofort zu einem Seniorenheim umgewandelt werden“, erzählt der Juniorchef.

Die dafür notwendige Widmung wäre vorhanden, die Räume könne man mit wenig Aufwand rasch umwandeln, Ultsch: „Unser kleinstes Zimmer hat 24 Quadratmeter, jede Einheit verfügt über eine Küche. Mein Vater hat schon früh die steigende Nachfrage an Heimplätzen erkannt“.

Studentenheim und 4-Sterne-Hotel
Am 13. November hat das Intercity Hotel am Grazer Bahnhof eröffnet. „Am 14. mussten wir alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken“, erzählt Hotelmanager Stefan Willensdorfer. Auch hier liegt ein innovatives Konzept zugrunde: „Der Baukörper ist zweigeteilt, wir sind unter einem Dach mit einem modernen Studentenheim.“ Daraus ergeben sich viele Synergien: „Tiefgarage, Gastro, Räume für Arbeitsgruppen - das alles wurde für eine Doppelnutzung miteingeplant.“ Ein Grund, wieso man an einen erfolgreichen Neustart 2021 fest glaubt.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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