01.12.2020 18:00 |

Jochen Hampl

Ein Reisender mit Musik im Rucksack

Dass ihn der Weg nur in die Welt der Musik und des Theaters führen kann, war Jochen Hampl schon sehr früh klar. Seit dem Gymnasium arbeitete er darauf hin, dass sein Lebensweg auch diese Route einnimmt. Dadurch resultiert eine Vielfalt an künstlerischen Tätigkeiten, welche auch eine Pandemie nicht stoppen kann.

Wenn man mit dem auch als Schauspieler tätigen Musiker, der in der Szene seit Jahrzehnten liebevoll „Yoshi“ genannt wird, über den ersten Lockdown spricht, führt das Gespräch schnell zu der Geschichte des Theaterstückes „Der Weltuntergang“ von Jura Soyfer unter der Regie von Herman Freudenschuss. „Bis zur Premiere am 6. März haben wir es noch geschafft und dann war plötzlich alles aus“, sagt er.

Voller Tatendrang
Dadurch ergab sich aber ein von Passanten häufig fotografiertes Plakat-Bild: „Weltuntergang - wegen Virus verschoben“. Jochen Hampls Grinsen beim Erzählen dieser Story passt zu dem Bild einer Person, die vieles mit Urvertrauen locker angeht und dem Leben sehr offen begegnet. Hampl ist ein Mensch, der einen Biobauern im ersten Lockdown einfach anruft und fragt, ob er Hilfe braucht. Und seitdem regelmäßig und unentgeltlich das Feld als einen zusätzlichen Schaffensort für sich beansprucht, um auch während der aktuellen beruflichen Zwangspause sinnvolle, körperliche Arbeit spüren und erleben zu können.

Arbeitsstipendium des Landes Tirol
„Yoshi“ ist andererseits auch der, welcher die Welt bereist, um unterschiedlichste Vogelgesänge instrumental nachzuspielen, damit er seinen künstlerischen Horizont autark erweitern kann. Der Wunsch der Unabhängigkeit zieht sich durch das Leben des 55-Jährigen, das zeigt beispielhaft der Eigenanbau im Gemeinschaftsgarten vor dem Wohnhaus in Absam. Das Arbeitsstipendium des Landes Tirol wurde ihm in Zusammenarbeit mit der Schauspielkollegin Andrea Perle für das Projekt „Lockdown Paradise“ zugesprochen. Die geplanten Aufführungen mit Siggi und Juliana Haider sowie seinem Sohn Samuel Plieger als Beatbox-Live-Schlagzeuger wurden zwar aus unterschiedlichsten Gründen mehrmals verschoben, aber der nicht zu bändigende Tatendrang lässt daraus einen Tonträger entstehen.

„Urbaner Landmensch“
Aufgewachsen ist Hampl teils im Innsbrucker O-Dorf teils im Dorf im Pitztal, wobei er sich selbst als „urbanen Landmenschen“ sieht. Sein erstes Jazz-Frühstück spielte er 1988 im Treibhaus. Zudem ist er als Schauspieler und Komponist in der Theaterwelt gern gesehen und versucht aus jeder Lage das Beste zu machen. „Man muss sich mit der Situation auseinandersetzen, wie sie ist. Zum Glück gibt’s die Instrumente, die mich immer auf den richtigen Weg führen und beruhigen.“

Simon Kräutler, Kronen Zeitung

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