Operation „Sudoku“

Täter erschlichen auch Führerscheine für andere

Steiermark
23.11.2020 21:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Eineinhalb Monate nach der Festnahme mehrerer gebürtiger Nigerianer in Graz, die einem Ring für Sozialleistungsbetrug angehören sollen, haben sich nun neue Betrugsmaschen offenbart: Die Verdächtigen gaben zu, dass sie nicht nur Sprachzertifikate, sondern auch Führerscheine für andere erschlichen haben. Die U-Haft für drei Verdächtige ist am Montag verlängert worden. Laut Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, könnte die Anklage noch heuer fertig sein.

Sieben Männer und Frauen sollen dem Ring angehören, vier von ihnen waren am 6. Oktober festgenommen worden. Die Verdächtigen hatten sich bei Prüfungen mit gefälschten Reisepässen als Dritte ausgegeben und so gegen Entgelt für diese Zertifikate erhalten. Damit wiederum erwarben die „Kunden“ Sozialleistungen und sogar Staatsbürgerschaften. Rund 70 Beamte waren bei der Operation „Sudoku“ eingebunden und durchsuchten die Räumlichkeiten der Verdächtigen. Das sichergestellte Material sei noch nicht fertig ausgewertet.

Bei den bisherigen Ermittlungen bemerkte man auch den Betrug bei Führerscheinprüfungen. So sollen die Verdächtigen sich als Dritte ausgegeben haben und bei Fahrschulen Prüfungen abgelegt haben, um ihren „Kunden“ die Fahrerlaubnis zu erschwindeln.

Eine Person enthaftet
Laut Bacher könnte eine Anklage in einem bis eineinhalb Monaten fertig sein. Am Montag wurde indessen die U-Haft für drei der Beschuldigten verlängert. Eine Frau ist vor wenigen Tagen gegen gelindere Mittel enthaftet worden.

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