Soldat totgebissen

Hundeattacke: Gutachterin sieht keinen Schuldigen

Etwas mehr als ein Jahr nach der tödlichen Hundeattacke auf einen 31-jährigen Soldaten in der Wiener Neustädter Flugfeld-Kaserne ist der Inhalt des Gutachtens einer deutschen Sachverständigen bekannt geworden. Laut der Expertise sieht die Gutachterin die Schuld für den Vorfall weder beim zuständigen Hundeführer noch beim Bundesheer. Die Conclusio lautet, dass der 31-Jährige ein zu großes Sicherheitsrisiko eingegangen war. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wird das Gutachten nun einer rechtlichen Prüfung unterziehen.

Sowohl gegen den Hundeführer als auch gegen „Verantwortliche des Bundesheers, die nicht konkret ausgeforscht sind“, wurde bisher seitens der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt. Im Raum stand der Verdacht der grob fahrlässigen Tötung sowie der Gefährdung der körperlichen Sicherheit.

Die Sachverständige für Hundewesen sollte in diesem Zusammenhang klären, ob bei der Verwahrung und Betreuung der Tiere Nachlässigkeiten vorgelegen waren. Bestellt sei die Expertin aus dem Nachbarland deshalb worden, weil sämtliche in Österreich gemeldeten Gutachter eine Nähe zum Militärhundewesen aufweisen würden, hatte Erich Habitzl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, im April erklärt.

Esther Schalke kommt in ihrem Gutachten laut dem „Kurier“ nun zum Schluss, dass der 31-Jährige beim Ausführen der beiden Malinois ein zu großes Sicherheitsrisiko eingegangen ist. Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte der Mann die beiden Vierbeiner nämlich ohne Leine und Halsband frei laufen lassen. Der 31-jährige Soldat war am 14. November des Vorjahres kurz vor 2 Uhr tot aufgefunden. Er war unter anderem für Auslauf und Fütterung der Tiere zuständig gewesen. Dabei dürfte er die beiden Malinois „Hati“ und „Ragna“ aus dem Zwinger gelassen haben.

„Hati“ wurde eingeschläfert
Einem DNA-Gutachten zufolge wurden Bissspuren von „Hati“ und „Ragna“ am Körper des 31-Jährigen gefunden. Der im Dezember 2019 an die Staatsanwaltschaft übermittelte Untersuchungsbericht des Bundesheeres kam zum Ergebnis, dass eine „schwere Konfliktsituation“ zwischen dem Getöteten und dem Malinois „Hati“ vorgelegen sei. Zur Rolle des zweiten, jüngeren Hundes „Ragna“ könnten keine Angaben gemacht werden, wurde betont.
Während „Ragna“ nunmehr dem Züchter und Eigentümer zurückgegeben wurde, wurde „Hati“ eingeschläfert.

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