19.11.2020 08:58 |

„Message-Control“

Weisung des Bundes regt Direktoren auf

Ein Schreiben des Bildungsministeriums lässt die Wogen in den Schulen derzeit hochgehen. Vorwurf: Message-Control.

„Jene Schulstandorte, die von den Vorgaben der Regierung abweichen, werden in einer Tabelle erfasst und ans Ministerium weitergeleitet“, heißt es in einem Schreiben aus dem Bildungsministerium. Der Bund will durch diese Liste überprüfen, wie gut oder schlecht die Kommunikation zwischen Schulen und Eltern zu Beginn des zweiten Lockdowns funktionierte.

Schulqualitätsmanager mussten dafür alle Elternbriefe und Informationsschreiben der vergangenen Tage an das Ministerium weiterleiten. Schulqualitätsmanager sind dafür zuständig, dass die Corona-Regeln an Schulen eingehalten werden. Hält sich ein Direktor also nicht an die Vorgaben, wird das gemeldet.

Schulleiter ärgern sich über Anordnungen

„Das ist ein Wahnsinn. Wir mühen uns Tag und Nacht ab, um den Schulalltag halbwegs zu meistern. Statt einem Danke werden wir nur noch stärker kontrolliert„, ärgert sich eine Direktorin aus der Stadt Salzburg, die anonym bleiben möchte. Sie fügt hinzu: „Ich verstehe, dass das Ministerium Einblicke haben will. Das hätte man nur anders kommunizieren sollen.“

Enormer Zeitdruck ließ die Wogen hochgehen

Die Weisung trudelte am Montag um 14.30 Uhr in den Schulen ein. Bis 17 Uhr mussten die Schulqualitätsmanager alle Dokumente eingereicht haben - also innerhalb von zweieinhalb Stunden. Die Kritik der Direktoren ist groß: „Jetzt reicht es. Als ob wir am Montag, dem letzten Schultag vor dem Lockdown, nichts anderes zu tun gehabt hätten“, ärgert sich eine Schulleiterin aus dem Flachgau. Sie wandte sich deshalb an die Lehrergewerkschaft. „Diese Weisung ist eine Frechheit. Ich habe mit zahlreichen Direktoren telefoniert, die stinksauer sind", berichtet Sigi Gierzinger von der Lehrergewerkschaft.

Bildungsdirektor Rudolf Mair versteht die Aufregung nicht: “Wenn ein Vorgesetzter etwas wissen will, dann hat man Auskunft zu erteilen.„ Bislang habe es nur an 20 Schulen in Salzburg “Nachbesserungsbedarf" gegeben.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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