19.11.2020 06:00 |

OP mit Folgen

Patientin klagt an: „Ohne Schlauch bin ich tot“

Schwerer Vorwurf gegen die Stadt Wien! Der Zustand einer Frau im Rollstuhl verschlechterte sich nach einer Blinddarm-OP in einem städtischen Spital derart, dass sie nun nur noch mit einem Schlauch im Hals atmen kann. Doch anstatt Behandlungsfehler einzuräumen, lässt es die Stadt zu einem Prozess kommen.

„Mein Leben und meine gesamte Existenz sind durch den entstandenen Schaden und den auf Lebenszeit erhöhten Unterstützungsaufwand gefährdet“, klagt die Akademikerin Bernadette F. (60) im Gespräch mit der „Krone“. Rückblick: 2016 wurde die Soziologin in einem städtischen Spital in Wien am Blinddarm operiert.

Gesamtzustand nach Eingriff verschlechtert
Nach dem Eingriff verschlechterte sich der Gesamtzustand der Patientin derart, dass sie auf eine Spezialstation in ein anderes Wiener Krankenhaus überstellt werden musste. „Das Nichterkennen der Verschlechterung des allgemeinen Zustandes hätte den Medizinern nicht passieren dürfen“, klagt F. nun an.

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Die betroffene Frau ist durch eine neurologische Erkrankung von Geburt an schwerst behindert und wurde durch den Behandlungsfehler nun in ihrer Situation deutlich verschlechtert.

Dr. Kolba vom Verein zum Schutz von Verbraucherinteressen

Durch die Komplikationen musste die Frau, die seit ihrer Geburt an einer seltenen Muskelkrankheit leidet und im Rollstuhl sitzt, ein Loch im Hals erhalten, durch das sie nun nur noch durch einen Schlauch atmen kann. „Ich brauche jetzt rund um die Uhr eine geschulte Person im Assistenz-Einsatz in meiner Nähe, falls es zu Komplikationen kommt“, so die verzweifelte Wienerin. Und weiter: „Ich kann weder wohin reisen noch wichtige Therapien in Anspruch nehmen.“ Die Stadt Wien will indes von alledem nichts wissen und lässt es derweil auf einen Gerichtsprozess ankommen.

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung

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