Schulen in OÖ:

„Wir proben schon mit den Kindern den Ernstfall!“

Oberösterreichs Schulen bereiten sich auf möglichen Lockdown vor. Aber das verursacht auch Sorgen bei Eltern und Sozialarbeitern. Zitterpunkt: die Schaltung der Schulampel am Freitag.

Kornelia Haindl-Baumann (58) ist Schulsozialarbeiterin an der Musikmittelschule in Traun. Sie will die gute Entwicklung der Schüler unterstützen. Diese kommen aus 15 Nationen. Haindl arbeitet oft am „Mindestmaß an Kooperation zwischen Eltern, Kind und Schule, die unbedingt aufgebracht werden muss“.

Verschiedene Lebensituationen
Die Lebensverhältnisse sind vielfältig. Hier gibt es Familien, in denen sich die Eltern „zu Tode hackeln, weil sie drei prekären Jobs nachgehen, um sich die Miete für eine kleine Wohnung leisten zu können.“ Andere arbeiten nichts oder verlieren gerade ihre Jobs.


„Wir üben schon“
Einen kompletten Schul-Lockdown sieht sie kritisch. „Es wäre gut, dass die Kinder in der gewohnten Lernstruktur bleiben.“ Aber: „Wir proben gerade den Ernstfall, üben mit dem Internet. Wir halten eng Kontakt mit Schülern, die zu Hause sitzen, weil sie Corona haben.“ Und es wird versucht, dass die Kinder „sozial gut drauf sind!“.

Acht Stunden Bildschirm
„An gesundheitliche Grenzen“ kam Birgitt Müller (47), Grafikdesignerin aus Linz im ersten Lockdown. Sie und ihr Mann im Homeoffice, beide Söhne Homeschooling. „Der Jüngere brauchte bis zu 20 Stunden Unterstützung pro Woche.“ Dieser hat derzeit noch Schule, der 17-jährige Sohn hat Onlineunterricht. „Er sieht am Bildschirm acht Stunden Lehrer an der Tafel.“ Ist das zumutbar? „Warum wird der Lehrplan stur weiterverfolgt, der Unterricht 1:1 übertragen? Warum kann ein Schüler Lernziele nicht in seinem Tempo erfüllen?“, fragt Müller. Sie wird am Freitag gespannt auf die Schaltung der Schulampel warten.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Samstag, 28. November 2020
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