Durch den Ausfall in Südkorea ist der Vizeweltmeister mit 25 Punkten Rückstand zwei Rennen vor Schluss einen ganzen Sieg hinter den neuen WM-Leader Fernando Alonso zurückgefallen. Zu viel, um bei zwei noch ausständigen Rennen nochmals in die WM eingreifen zu können?
Nur drei Siege hat Vettel trotz seiner neun Poles in bisher 17 Rennen eingefahren, und vieles deutet darauf hin, dass der "Samstag-Weltmeister" nach dem Motorenplatzer in Yeongam im Titelkampf erneut scheitern und damit seine letzte Chance verpassen könnte, jüngster Weltmeister der Geschichte zu werden. Vettel versuchte am Sonntag noch die hereinbrechende Dunkelheit ins Spiel zu bringen und einen vorzeitigen Rennabbruch anzuregen, aber gleich darauf löste sich sein Motor in Rauch auf.
Vettel bleibt gefasst
Damit müsste eigentlich nun sein nur elf Zähler hinter Alonso liegender Teamkollege Mark Webber als interne Nummer eins gelten. Während viele Vettel nach dem unverschuldeten Aus im koreanischen Schlüsselrennen bereits abschrieben, blieb der 23-Jährige aber erstaunlich gefasst. "Ich kann mit Sicherheit gut schlafen, denn ich habe alles richtig gemacht", erklärte der bis zehn Runden vor Schluss führende Deutsche und ergänzte: "Ich bin sogar sehr zufrieden mit meinem Rennen. Ich hatte jederzeit alles im Griff! Wir werden sehen, was die kommenden Rennen bringen."
Vettels Aussagen waren durchaus eine Spitze gegen Motorenlieferant Renault, denn deren Triebwerk ließ den Spitzenreiter im Finish mit einem Knall im Stich. "Es ist kein schöner Moment. Aber mehr als die ganze Zeit in Führung zu liegen und keinen Fehler zu machen, konnte ich nicht tun", sagte Vettel während sich Fabrice Lom von Renault entschuldigte. "Es tut uns schrecklich leid, damit war nicht zu rechnen."
Entsetzen bei den Chefs
Entsetzen herrschte nach dem ersten Totalausfall der Bullen in diesem Jahr vor allem auf der Führungsetage. Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz sei genauso enttäuscht wie er und Teamchef Christian Horner, berichtete Helmut Marko nach einem Telefonat mit Salzburg. "Manchmal kann Motorsport sehr, sehr grausam sein", bestätigte Horner. Marko selbst war der Frust ins Gesicht geschrieben. "Die Formel 1 ist ein toller Sport. Aber manchmal kann sie einen total niederhauen. Es ist fatal, dass dieser Rückschlag ausgerechnet jetzt kommt", seufzte er.
Doch verloren sei deshalb noch gar nichts, befand Marko. "Webber ist nur elf Punkte hinten und in der Konstrukteurswertung führen wir sogar noch", hielt der Jurist aus Graz fest und fand auch im Ausblick Ermutigendes. "Im Vorjahr hat Webber in Brasilien gewonnen, in Abu Dhabi haben wir einen Doppelsieg gefeiert. Wir bleiben also positiv."
Doch wieder Stallregie?
Rechnerisch sind ja beide Red-Bull-Fahrer weiterhin im WM-Rennen. "Wir werden jetzt kalkulieren, wer wo und wann ins Ziel kommen muss, damit es sich für Webber oder Vettel ausgeht", nahm Marko das Wort Stallregie aber bewusst nicht in den Mund. "Danach werden wir das erörtern und eine Entscheidung treffen", erklärte Marko.
Und diese Entscheidung könnte durchaus für Webber ausfallen. Unmittelbar nach seinem in der koreanischen Mauer endenden Fahrfehler war der Australier nur noch WM-Vierter gewesen, durch Vettels Motorplatzer ist er nun aber doch wieder die interne Nummer eins. So schnell kann es also gehen. Webber zu seiner Position: "Es war erst mein zweiter Ausfall heuer. Ich kann weiter Weltmeister werden."








Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.