05.11.2020 06:00 |

405 Covid-Patienten

Steirische Spitäler an Grenze ihrer Kapazitäten

Über 400 Corona-Patienten befinden sich bereits in den steirischen Krankenhäuser. Die Spitäler in mehreren Regionen sind voll, Eingriffe müssen verschoben werden. Der Personal-Mangel verschärft die Situation.

Jetzt tritt das ein, was viele befürchtet, aber niemand wirklich für möglich gehalten hatte - die zweite Corona-Welle bringt die Kapazitäten der steirischen Spitäler an ihre Grenzen. Ursprünglich sah der dreiphasige Stufenplan von Krankenhausbetreiber KAGes in letzter Konsequenz 500 Normal- und 100 Intensivbetten für Covid-Patienten vor. Am Mittwoch benötigten aber schon 405 infizierte Steirer eine Hospitalisierung - 60 davon sogar intensivmedizinische Betreuung.

Lockdown bisher ohne Wirkung
Die erst Anfang Oktober präsentierten Corona-Kapazitäten werden also spätestens nächste Woche erreicht sein. Zumal die ersten Tage des Lockdowns am massiv steigenden Infektionsgeschehen in der Steiermark spurlos vorüber gingen - im Gegenteil, am Mittwoch meldete die Landessanitätsdirektion 856 Neuinfizierte - so viele wie noch nie!

Zahlen werden weiter steigen
„Erfahrungsgemäß schlägt sich die Zahl der Neuerkrankten leicht zeitverzögert erst in zehn bis 14 Tagen auf die Hospitalisierungen nieder. Um dafür gewappnet zu sein, sind wir am Umstrukturieren“, sagt KAGes-Sprecher Reinhard Marczik. Häuser wie das LKH Feldbach-Fürstenfeld, das LKH Wagna oder auch das LKH II in Graz sind bereits an ihren Grenzen oder stehen kurz davor.

Schladming verdoppelt Covid-Station
Auch in Schladming ist die Covid-Station mit zehn Patienten eigentlich schon überbelegt. „Wir werden die Kontingente aber nun verdoppeln, um dem Versorgungsplan des Landes nachzukommen. Nur braucht das eben auch Personal“, sagt Martin Reif vom Diakonissenkrankenhaus.

Intensivversorgung als Flaschenhals
Das fehlende Fachpersonal ist auch bei der KAGes evident - zumal infizierte Mitarbeiter dies aktuell noch verschärfen. „Die Gesamtauslastung ist mit unseren insgesamt 5500 Betten kein Problem - der Flaschenhals ist aber die Intensivversorgung mit dem dafür nötigen Personal. Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir unsere Kapazitäten einschränken müssen“, stellt Marczik klar. Immer öfter werden geplante Eingriffe nun verschoben.

Hörgas steht bereit
Um mehr Covid-Patienten aufnehmen zu können, wurde bereits das ehemalige LKH Hörgas als „Corona-Verbund“ mit dem LKH II vorbereitet. Infrastrukturell war das kein großer Aufwand, das Problem ist aber auch hier das fehlende Personal. 

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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