05.11.2020 06:00 |

Wasser, Strom & Co.

So schützt die Steiermark die Grundversorgung

Der Terroranschlag in Wien hat das Thema Sicherheit in den Fokus gerückt. Die „Krone“ hat nachgefragt, wie sicher sensible Bereiche wie Energie und Wasser in der Steiermark sind.

„Wir verfügen über umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, um die Energieversorgung für 600.000 Kunden auch in kritischen Situationen gewährleisten zu können“, sagt Urs Harnik, Konzernsprecher der Energie Steiermark. „Dabei geht es insbesondere um das mehr als 35.000 Kilometer lange Strom- und Gasnetz im Land. Um die kritische Infrastruktur zu schützen, sind wesentliche Teile der Netz-Schaltstellen in gesicherten Bereichen untergebracht, deren genauer Ort geheim gehalten wird."

Regelmäßige Kontrollen
Ähnlich sieht die Situation auch in Bezug auf die Wasserversorgung aus, wie wir am Beispiel Graz recherchiert haben: „Die Anlagen der Wasserversorgung werden regelmäßig kontrolliert, zudem bestehen moderne Zutrittskontroll- und Fernüberwachungssysteme“, betont Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding Graz.

Aber könnten Terroristen Rohre anbohren und Chemikalien einleiten? „Die Wasserrohre befinden sich in der Regel mehr als einen Meter unter der Erde, eine externe Grabung würde vermutlich auffallen.“ Zudem müsse man für das Anbohren Fachwissen und das Equipment haben, sonst könne es sehr schnell zu einem Bruch bzw. hohem Wasseraustritt kommen. Und: „Auch wenn man bestmöglich Richtung Sicherheit arbeitet, ein Restrisiko bleibt immer!“

Übungen für den Ernstfall
Wie bereitet man sich für den Ernstfall vor? „In regelmäßigen Abständen führen wir als Mitglieder des Krisenstabs Übungen für den Ernstfall durch und setzen uns dabei mit vielfältigen Szenarien und Bedrohungslagen auseinander“, so Harnik. „Das ist entscheidend, weil ständig neue Angriffsvarianten auftauchen und evaluiert werden müssen. Dabei geht es einerseits um die technische Abwicklung des Notbetriebes, aber auch um die effiziente Kommunikation mit der Landeswarnzentrale und den verschiedenen Einsatzorganisationen.“

Das Fort Knox der Daten
Und auch die wichtigsten Daten der steirischen Firmen sind für den Ernstfall gesichert: Strengste Zutrittskontrollen, schusssichere Türen, Überwachungssysteme, redundante Anbindung an Hochgeschwindigkeits-Netzwerke, unabhängige Energie-Versorgung - Kapsch bietet in Kapfenberg eines der sichersten Umfelder für hochsensible Daten an. In 29 Metern Tiefe befindet sich ein 2,5 Kilometer langes Stollensystem aus dem Zweiten Weltkrieg. In diesem Fort Knox verwaltet Kapsch Daten von über 100 österreichischen Unternehmen, geschützt von 150 Meter hohen, massiven Fels.

Zutritt haben nur wenige, und wer hinein darf, schafft das nur über eine ausgeklügelte Anlage und mehrere Sicherheitsschleusen. Das gesamte Areal wird - neben den Mitarbeitern vor Ort - auch von Zentralen in Graz und Wien rund um die Uhr überwacht.

Die 2008 in Betrieb genommene Anlage ist eine ehemalige Waffen-Produktionsstätte der Nationalsozialisten, sie konnte ihren kriegerischen Zweck aber nie erfüllen. Und so stapeln sich heute dort keine Waffen, sondern zig Server und Millionen sensibler Daten. Geschützt vor Umwelteinflüssen und Hacker-Angriffen, die zwar zum Alltag eines jeden Rechenzentrums gehören, bislang aber erfolglos geblieben sein sollen.

Eva Stockner
Eva Stockner
Christoph Hartner
Christoph Hartner
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