02.11.2020 06:00 |

Es wird gespart

In Krisenzeit verfallen Steirer in Goldrausch

In der Krise fürchten viele Steirerinnen und Steirer um ihr Geld. Die Angst vor einem Wert-Verfall liegt in der Luft, Gold liegt im Trend. Wer kann, legt ein bisschen mehr auf die Seite als in guten Zeiten. Wie man sein Geld am besten absichert und anlegt, und wieso ein Ankauf von Gold derzeit nicht ratsam ist, erklären zwei steirische Experten.

Krise, Unsicherheit, Angst vor Inflation - das beeinflusst auch den Umgang mit Geld: Wie eine Studie von Klarna zeigt, haben die Steirer mit durchschnittlich 9900 Euro Erspartem im Jahr österreichweit die Nase vorne. Seit dem Corona-Ausbruch haben 60 Prozent der Österreicher mehr gespart.

Gerhard Fabisch, Vorstand bei der Steiermärkischen Sparkasse, bestätigt das. „Es klingt paradox, aber die Sparquote ist in der Krise laut der Nationalbank von 7,4 auf 13 Prozent gestiegen.“ Seit Jahresbeginn haben die Kunden der Steiermärkischen eine Milliarde Euro mehr auf die Seite gelegt.

Sparbücher bringen kaum noch Zinsen
Doch wohin am besten mit dem Ersparten? „Sparbücher sind vom Zinssatz her nicht gut“, sagt Fabisch. Mindestens drei Monatsgehälter sollte man dort zur Verfügung haben – „das ist für die kaputte Waschmaschine und alles andere, das man vorhat.“ Ab höheren Summen kommen Wertpapiere infrage. „Im März wurden besonders viele gekauft. Jetzt sind viele Leute in Warteposition.“

Das bestätigt auch Wolfgang Ules, Finanzexperte von der Capital Bank. „Anders als 2008 haben viele die Krise zum Investieren genutzt.“ Neben Corona sorgen jetzt aber auch die US-Wahlen und der Brexit für Unsicherheit. „Beim Investieren ist eine breite Streuung wichtig“, sagt Ules. So minimiert man das Risiko und ist nicht von einem einzelnen Unternehmen abhängig. „In der Krise sind die besten Investitionszeitpunkte. Wichtig ist es, langfristig zu denken.“

Goldkauf ist riskant und auch unsicher
Seit der Pandemie herrscht auch in der Steiermark ein kleiner „Goldrausch“. „Da haben wir in der Krise eine große Nachfrage, weil die Unsicherheit zunimmt“, sagt Ules. Allerdings sei das kein guter Zeitpunkt, sagt Fabisch: „Wer jetzt kauft, steigt hoch ein. Der Kurs schwankt, man muss sich dafür auskennen.“ Der Preis pro Unze liegt derzeit bei etwa 1900 Doller – und damit fast 500 über dem Schnitt.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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