Auf Intensivstationen:

Alles hängt vom Personal ab

Niederösterreich
31.10.2020 09:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone
Verdoppelt hat sich in dieser Woche die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen der heimischen Spitäler. Wurde bisher immer die Menge dieser Spezialbetten als alleiniges Kriterium zur Krisenbewältigung betont, stellt ein erfahrener Intensivmediziner jetzt klar: „Entscheidend ist, dass genug Personal bereit ist.“

Tag für Tag werden neue Rekordzahlen an Corona-Infizierten in Niederösterreich vermeldet, die „Krone“ berichtet jeweils topaktuell. Das spürt man auch in den Landeskliniken. Und dort vor allem auf den Intensivstationen, wo die schwersten Fälle behandelt werden müssen. Insgesamt sind derzeit 266 Covid-Patienten in den heimischen Spitälern, 46 davon bedürfen intensivmedizinischer Behandlung. Damit hat sich deren Zahl innerhalb von nur einer Woche verdoppelt.

 „Wie sich die hohen Infektionszahlen tatsächlich auf den Klinikbetrieb auswirken, werden wir erst in den kommenden Tagen sehen“, sagt Christoph Hörmann, Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinik in St. Pölten.

Trotz der akuten Entwicklung rechnet er nicht damit, dass die Zahl der Intensivbetten in der Landeshauptstadt knapp werden könnte, berichtet der ORF. „Die wirklichen Limits in diesem Bereich setzt irgendwann das Intensivteam“, betont Hörmann. Denn Therapie und Betreuung in diesem Bereich seien hoch spezialisiert: „Daher kann man das auch nicht in einem Schnellsiedekurs in 14 Tagen erlernen.“ Ein größerer Personalausfall könnte also tatsächlich gravierende Folgen haben. Bisher sei es in St. Pölten jedoch noch zu keiner Ansteckung von Ärzten oder Pflegekräften durch Patienten gekommen, so der Primararzt.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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