22.10.2020 06:00 |

Vakzine werden knapp

Grippeimpfung: Kinder und Senioren vorziehen

Anders als in vergangenen Saisonen ist heuer die Begeisterung bei den Österreichern, was die Grippeimpfung angeht, besonders hoch. Doch trotz einer Rekordmenge an Influenza-Dosen könnte es knapp werden, während nach früheren Wintern Tausende Vakzine wegen mangelnder Nachfrage vernichtet wurden. Kinder und Senioren stehen im Fokus.

Noch wurde kein Influenzavirus in Europa entdeckt. Die erste große Grippewelle wird im Jänner erwartet. Doch die Produktion der Vakzine für unsere Breitengrade ist bereits eingestellt. Jetzt geht es ums Verteilen. Österreich konnte sich 1,86 Millionen Dosen sichern, also mehr als doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. Geliefert wird etappenweise.

Ärztekammer fordert bessere Plannung
„Neu ist dieses Jahr, dass erstmals alle Ärzte impfen dürfen - unabhängig von ihrer Fachrichtung“, berichtet Dr. Rudolf Schmitzberger von der Ärztekammer, der eine bessere Planung mit öffentlicher Hand, Apotheken und Großhändlern fordert. Wichtig sei jetzt, die vorhandenen Ressourcen zugunsten der Schutzbedürftigen einzusetzen. Darunter fallen Kinder, Senioren und jene mit Risikofaktoren. In Zeiten beschränkter Verfügbarkeit entscheidet der Arzt.

„Wenn man nur 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen impft, erzielt man einen besseren Effekt hinsichtlich der Verhinderung der Sterberate bei Senioren, als wenn man 90 Prozent der Personen über 65 Jahre impft“, analysiert die Vorsitzende des Nationalen Impfgremiums, Ursula Wiedermann-Schmidt.

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Ich habe viele Hunderte Menschen mit diesen Erkrankungen gesehen. Wenn man das sieht, kommt das Vertrauen in eine Impfung blitzartig.

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsabteilung am Klinik Favoriten

Darum wurde Influenza in das Gratis-Kinder-Impfprogramm aufgenommen. Und Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsabteilung in der Klinik Wien-Favoriten, bestätigt die Schutzfunktion vor schweren Verläufen bei Risikopatienten.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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