18.10.2020 16:31 |

Wer, wann und warum?

Mit Info-Offensive gegen den Corona-Impffrust

Wer kommt zuerst dran - und warum? Österreich trifft Vorbereitungen für die Covid-Impfung. Das ist wichtig, denn käme es zum selben Chaos wie bei der Grippeimpfung, würde das zu Impffrust führen, warnt eine Expertin.

Für die heurige Grippesaison sicherte sich Österreich 1,25 Millionen Impfdosen - um 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Und doch: In vielen Bundesländern war, wie berichtet, der Impfstoff schnell vergriffen. Man habe zwar mit einer höheren Nachfrage gerechnet, ist vom Ansturm dann doch überrascht worden. Die Konsequenz: Frust.

„Der Impfstoff ist nicht knapp, sondern nicht vorhanden! Da wird die Impfung empfohlen, aber nix da. Eine Frotzelei!“, lautet ein Kommentar auf krone.at. Oder: „Was heißt Knappheit??? Es gibt keinen Impfstoff mehr!! Die Verantwortlichen schaffen es nicht einmal, genug Impfstoff für die Österreicher aufzutreiben. (…) Da kann man sich vorstellen, was das für uns bedeutet, wenn es eine Covid-Impfung gibt (…).“

„Es muss für alle Bürger verständlich sein“
Zwei Kommentare, die zeigen, was eintreten könnte, wenn Österreich keine gute Covid-Impfstrategie ausarbeitet. „Je früher man anfängt, die Verteilung der Impfung zu diskutieren und zu organisieren, desto mehr Menschen werden sich impfen lassen“, erklärt Barbara Juen, Psychologin. „Es muss für alle Bürger verständlich sein, wer, warum, wann geimpft werden kann.“

Werde man - wie bei der Grippeimpfung - aufgefordert, sich impfen zu lassen, bekomme dann aber keinen Impfstoff, so steige der Frust - „und dann lässt sich irgendwann gar niemand mehr impfen“, warnt Juen.

Auch Brüssel drängt die EU-Staaten, Vorbereitungen zu treffen. Da zu Beginn nur geringe Mengen des Stoffes vorhanden sein werden, sollte festgelegt werden, wer die Impfung zuerst bekommt: etwa medizinisches Personal, ältere Menschen, Kranke und Personen mit sozialen Nachteilen.

„Arbeiten intensiv an einer Impf-Strategie“
Daran arbeite das Gesundheitsministerium, heißt es auf Nachfrage. Sobald Näheres bekannt sei, etwa Wirksamkeit und Menge, werde man in Abhängigkeit von der medizinisch-fachlichen Empfehlung und epidemiologischen Situation entscheiden, welche Zielgruppe zuerst geimpft wird. Zudem arbeite man an Transport, Lagerung und Kühlketten.

Die Bevölkerung soll optimal über den Impfstoff informiert werden, „um eine Entscheidung für oder gegen die Impfung treffen zu können“, erklärt das Gesundheitsministerium. Innerhalb der EU werden die reservierten Liefermengen jeweils nach dem Bevölkerungsanteil aufgeteilt, für Österreich sind das zwei Prozent der zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen.

Für Menschen, die aktuell auf den Grippeimpfstoff warten, gibt es eine gute Nachricht: Da die Grippewelle für gewöhnlich im Jänner eintritt, beginnt der optimale Zeitraum zur Impfung erst Ende Oktober bis Mitte November - bis dahin wird nachgeliefert sein, versichert das Ministerium.

Anna Haselwanter, Kronen Zeitung

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