„Krone“-Ombudsfrau

Keine Lösung für Präsenzdienst und Hacklerpension

Ombudsfrau
14.10.2020 13:00

Unglauben, Zorn, Betroffenheit - viele Reaktionen haben uns nach unserem Bericht über die Hacklerregelung neu und die Nichtanrechnung des Präsenzdienstes erreicht. Fakt ist: Wer ohne Abschläge in die vorzeitige Alterspension gehen will, müsste acht Monate länger arbeiten. Wenn er das kann. Denn Änderung ist derzeit keine in Sicht!

Herbert W. (Name von der Redaktion geändert) ist einer der vielen Betroffenen. Im Vorjahr hatte er die erforderlichen Beitragsjahre und das Alter für die Hacklerregelung erreicht. Er verkaufte seinen kleinen Betrieb und freute sich über die vom Nationalrat im vorigen September beschlossene Hacklerregelung neu. Dann kam die große Ernüchterung. Weil er mit 18 Jahren seinen Präsenzdienst abgeleistet hat, kann er die Hacklerregelung nur mit Abschlägen in Anspruch nehmen. „Für meinen Dienst am Staat werde ich bestraft. Da meine Firma verkauft war, konnte ich auch nicht die erforderlichen acht Monate nachträglich anhängen und arbeiten.“

Wer den Antrag auf die Hacklerpension stellt, sollte sich vorher genau erkundigen - auch ob der Präsenzdienst ohne Abschläge angerechnet wird. (Bild: Jöchl Martin)
Wer den Antrag auf die Hacklerpension stellt, sollte sich vorher genau erkundigen - auch ob der Präsenzdienst ohne Abschläge angerechnet wird.

Ob selbstständig oder angestellt - mit diesem Problem haben alle zu kämpfen, die jetzt dank Präsenzdienst nur mit Abschlägen in Pension gehen können. Und das lebenslang. Theoretisch wäre es möglich, einfach acht Monate länger zu arbeiten. Aber welche Firma ist schon bereit, Pensionierungen zu verschieben? Und wo findet jemand mit Mitte 60 für acht Monate Arbeit? Ein anderer Leser aus Niederösterreich bringt es auf den Punkt: „Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob eine abschlagsfreie Pension vor Vollendung des 65. Lebensjahres gerechtfertigt ist. Aber dass diejenigen, die acht Monate dem Staat geopfert haben, benachteiligt werden, ist sicher nicht gerecht!“

Behörden reagieren verhalten bis gar nicht
Aus dem Sozialministerium ließ man uns ausrichten, bevor eine Änderung angedacht werden könnte, sei eine Evaluierung notwendig. Ah. Eh. Das Verteidigungsministerium schweigt weiter. Auch keine Auszeichnung für den doch eigentlich Hauptinteressenvertreter der österreichischen Soldaten. Ihre Ombudsfrau versteht, dass sich heute viele wünschen, sie wären vor Jahren untauglich gewesen …

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