3:6 gegen die Rangers

Vanek enttäuscht mit Buffalo bei Saison-Heimdebüt

Sport
10.10.2010 10:06
Nichts zu feiern gab es für die drei österreichischen Eishockey-Teamstürmer Thomas Vanek, Andreas Nödl und Michael Grabner am Samstag in der National Hockey League (NHL). Alle drei Klubs der Österreicher kassierten Niederlagen, wobei nur Vanek bei der 3:6-Heimniederlage der Buffalo Sabres gegen die New York Rangers im Einsatz war. Nödl erlebte das 1:2 nach Verlängerung der Philadelphia Flyers bei den St. Louis Blues ebenso von der Tribüne wie Grabner (New York Islanders) das 4:5 nach Penaltyschießen zu Hause gegen die Dallas Stars.

Es war alles angerichtet für ein Eishockey-Fest in der HSBC-Arena von Buffalo. Mit Standing Ovations wurden die Buffalo Sabres, die mit einem überzeugenden 2:1-Erfolg beim ungeliebten Rivalen Ottawa Senators gestartet waren, im ersten Heimspiel der jungen NHL-Saison empfangen. Doch auf dem Eis enttäuschten Thomas Vanek und seine Kollegen und bezogen gegen die New York Rangers eine 3:6-Abfuhr. "Ich bin von unserer Arbeitseinstellung ziemlich enttäuscht", sagte Trainer Lindy Ruff.

Sabres vor ausverkaufter Halle
Die Halle war mit 18.690 Zuschauern einmal mehr ausverkauft, wie soll es auch anders sein, wenn die Warteliste für ein Saisonabonnement 1.600 Namen umfasst. Die Fans wurden mit denkwürdigen Szenen aus der Vergangenheit, die über den gigantischen Videowürfel flimmerten, auf die 40. Saison eingestimmt. Mit dem Hochziehen des Banners für den sechsten Division-Titel der Klubgeschichte wurde auch die jüngste Vergangenheit in Erinnerung gerufen.

Die Gegenwart sah am Samstag aber gar nicht gut aus. Denn die Rangers machten mächtig Druck, gingen mit einer hochverdienten 2:0-Führung in die erste Pause und wankten nur im Mitteldrittel. "In Ottawa haben wir sehr stark gespielt, wenig Fehler gemacht und viele Chancen gehabt. Heute war das komplett anders. Wir haben alle ein bisschen schlampig angefangen, ich auch. Die Rangers haben von Anfang an besser gespielt und unsere Eigenfehler gut genutzt. Wir haben Fehler um Fehler gemacht. Sie sind von der ersten Sekunde an mit Druck gekommen, und wir haben die Scheibe weggeschmissen", analysierte Vanek.

Drei verschiedene Linien für Vanek
Im Mitteldrittel steigerte sich Buffalo, doch die Rangers erhöhten auf 4:1 und ließen sich die Punkte nicht mehr nehmen. "Im Spiel habe ich mich besser gefühlt, auch Chancen gehabt, aber leider wieder nichts geholt", erklärte der Steirer, der es auch schwer hatte, einen Rhythmus zu finden. Drei Drittel, drei verschiedene Linien lautete die Herausforderung von Trainer Lindy Ruff für seinen Stürmerstar. Vanek spielte zunächst in der ersten halben Stunde mit Tim Connolly und Jason Pominville, wechselte dann zu seinen langjährigen Partnern Derek Roy und Drew Stafford, mit denen er seine besten Szenen hatte, und beendete die Partie an der linken Seite von Rob Niedermayer und Mike Grier.

Dass er mit den ständigen Partnerwechseln nicht viel Freude hatte, war ihm anzumerken. "Es ist schwierig, sich umzustellen. Es wäre schön, wenn man mit einer Linie spielt und die Chemie findet", meinte Vanek. "Aber ich bin es schon gewohnt in den fünf Jahren, die ich da bin. Gegen Ottawa ist es ganz gut gelaufen mit Connolly und Pominville, aber wenn es nicht läuft ist er (Anm.: Trainer Ruff) gleich beim Zögern, und meistens bin ich derjenige, der weg ist", ließ er seinem Frust ein wenig freien Lauf.

Nur magere 14 Minuten Eiszeit für Vanek
14:17 Minuten Eiszeit sind auch ein bescheidener Wert für einen Spieler, der zuletzt viermal in Folge bester Torschütze des Clubs war. "Ich konzentriere mich auf mein Spiel, wenn es vier Wechsel sind, dann muss ich vier Wechsel gut spielen, wenn es sechs sind dann sechs. Man kann sich nicht aufreiben, man muss glücklich sein, dass man da ist, und das Beste geben", gab der Österreicher zu Protokoll.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt bei dem dichten Programm aber ohnehin nicht. Nach einem trainingsfreien Sonntag ist am Montag Stanley-Cup-Sieger Chicago Blackhawks zu Gast. "Wir müssen das Spiel abhaken und am Montag von Anfang an gutes Eishockey spielen", sagte Vanek. Das wird gegen den Titelverteidiger, der wegen der Gehaltsobergrenze einige Spieler abgeben musste, notwendig sein. "Sie haben sich schon verändert, aber sie haben den Stanley Cup geholt und ihre besten Spieler gehalten", betonte Vanek.

Grabner und Nödl bei ihren Klubs nur Ersatz
Dass Grabner und Nödl bei den Spielen ihrer Klubs nicht auf dem Eis standen kam nicht überraschend. Der Wiener Nödl (23) ist beim Stanley-Cup-Finalisten aus Philadelphia derzeit der 13. Stürmer, der gleichaltrige Grabner war erst am Dienstag von den Florida Panthers zu den Islanders transferiert worden und hat gerade drei Tage mit seiner neuen Mannschaft trainiert. Chefcoach Scott Gordon hat angekündigt, den Villacher daher nicht sofort einzusetzen. Er könnte aber im Derby am Montag gegen die New York Rangers dazu gezwungen sein, denn die Verletzungsserie seiner Leistungsträger reißt nicht ab.

Die Islanders müssen noch lange auf ihren Topverteidiger Mark Streit verzichten, der in der vergangenen Saison drittbester Scorer seines Clubs war. Auch Stürmer Kyle Okposo, der die zweitmeisten Punkte gesammelt hatte, wird noch einige Zeit fehlen. Und im ersten Saisonspiel am Samstag erwischte es auch den Islanders-Topscorer der vergangenen Saison. John Tavares, die Nummer 1 im NHL-Draft 2009, zog sich bereits im ersten Drittel eine Gehirnerschütterung zu. Ob er am Montag einlaufen kann, wird sich ersten Angaben zufolge erst kurz vor dem Spiel entscheiden. Grabner ist derzeit der einzige überzählige Stürmer im NHL-Kader der Islanders.

NHL-Ergebnisse vom Samstag:
Buffalo Sabres - New York Rangers 3:6
St. Louis Blues - Philadelphia Flyers 2:1 n.V.
New York Islanders - Dallas Stars 4:5 n.P.
Boston Bruins - Phoenix Coyotes 2:5
San Jose Sharks - Columbus Blue Jackets 2:3 n.V.
Toronto Maple Leafs - Ottawa Senators 5:1
Pittsburgh Penguins - Montreal Canadiens 2:3
Washington Capitals - New Jersey Devils 7:2
Tampa Bay Lightning - Atlanta Thrashers 5:3
Nashville Predators - Anaheim Ducks 4:1
Chicago Blackhawks - Detroit Red Wings 2:3
Vancouver Canucks - Los Angelels Kings 1:2 n.P.

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(Bild: KMM)



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