05.10.2020 10:37 |

Erstmals seit 2011

Zahl der Flüchtlinge in Deutschland gesunken

Die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge laut Statisitk ist zum ersten Mal seit neun Jahren zurückgegangen. Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, lebten Mitte dieses Jahres 1,77 Millionen Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus in Deutschland - und damit rund 62.000 weniger als noch Ende 2019.

Etwa 1,31 Millionen davon sind laut der parlamentarischen Anfragebeantwortung Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthalt in Deutschland - das sind etwa 50.000 weniger als im vergangenen Halbjahr. Gut 450.000 Menschen, und damit 15.000 weniger als im Vorjahr, leben als Asylsuchende oder Geduldete in Deutschland.

Den Statistiken zufolge ist es das erste Mal seit Ende 2011, dass sich die Zahl der in Deutschland lebenden Geflüchteten wieder verringert hat. Das Bundesinnenministerium teilte mit, der aktuelle Rückgang sei hauptsächlich dadurch zu erklären, dass der Schutzstatus der Personen widerrufen oder zurückgenommen worden oder erloschen sei. Ein „erheblicher Anteil“ der Betroffenen halte sich nicht mehr im Bundesgebiet auf, sei also ausgereist, sagte eine Sprecherin.

„Wir haben Platz, die Zahlen zeigen es“
Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke kritisierte die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung scharf. „Wir haben Platz, die Zahlen zeigen es. Zugleich sitzen Zehntausende Schutzsuchende unter unwürdigen Bedingungen in den europäischen Erstaufnahmestaaten fest“, sagt sie. Deutschland „als reiches Land in der Mitte Europas“ dürfe sich seiner Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nicht entziehen, indem es sich „hinter europäischen Stacheldrähten, Hotspot-Lagern und Zurückweisungspraktiken der Mitgliedstaaten mit EU-Außengrenzen“ verschanze.

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