01.10.2020 07:02 |

Landesrat im Interview

Stolz sein auf die steirische Volkskultur

Seit zehn Monaten ist Christopher Drexler zuständiger Landesrat für die Volkskultur. Das größte Festival, das Aufsteirern, gibt es ja erstmals nicht in der Grazer Innenstadt, sondern am Samstag als tolle TV-Show im ORF-Hauptabendprogramm. Wir haben davor Drexler zum Interview gebeten. Dabei verrät er uns unter anderem, dass er sich schon sehr auf „Marie“ freut...

Herr Landesrat, das Aufsteirern geht ja erstmals als TV-Show über die Bühne. Was sagen Sie dazu?
Ich bin froh und dankbar, dass es dieses Format gibt. Nach vielen Video-Konferenzen, die wir schon in der Phase des sogenannten Lockdowns mit den Veranstaltern begonnen haben, wurde klar, dass es in diesem Ausnahmejahr undenkbar ist, dass sich zigtausende Menschen auf engstem Raum in der Grazer Innenstadt bewegen können. Genauso klar war aber, dass es nicht in Frage kommt, das Aufsteirern einfach abzusagen. Was die Veranstalter – die Ivents-Agentur – mit dieser TV-Show in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat, ist unglaublich und beeindruckend!

Welche Bedeutung hat für Sie das Aufsteirern?
Das Aufsteirern hat schon identitätsstiftenden Charakter. Es ist ein unvergleichlicher Ausdruck des steirischen Lebensgefühls, wenn tausende Menschen aus der ganzen Steiermark und auch aus anderen Ländern zusammenkommen, um unsere Brauchtümer und unsere Volkskultur hochleben zu lassen. Insofern bin ich überzeugt, dass die TV-Show, die das Aufsteirern in die Wohnzimmer in ganz Österreich bringt, noch mehr Menschen Lust auf unser großartiges Volkskulturfestival macht.

Wie wichtig ist die Volkskultur für unser Land?
Unschätzbar wichtig. Unsere Volkskultur gehört einfach dazu. Zehntausende Steirerinnen und Steirer, vor allem so viele junge, die sich in den Volkskultur-Verbänden, von der Blasmusik bis hin zum Trachtenverband, aktiv engagieren, sind der lebendige Beweis dafür. Traditionen und Bräuche werden nicht nur weitergegeben, sondern aktiv gelebt. Gerade in Krisenzeiten ist das auch ein Ausdruck des Zusammenhalts. Die steirische Volkskultur ist modern und beliebt – einfach am Puls der Zeit!

Vor zehn Monaten haben Sie die Verantwortung für die Volkskultur in der Landesregierung übernommen. Wie fällt ihr bisheriges Resümee aus?
Ich bin sehr froh, dass Volkskultur und allgemeine Kultur nach 25 Jahren erstmals wieder in einem Ressort zusammen sind. Die Aufsteirern-TV-Show beweist einmal mehr, wie gut traditionelle und moderne Elemente zusammenpassen und zusammenwirken können.

Fast alle Gruppen und Vereine leiden unter der Corona-Krise. Wie können Sie helfen?
Wir haben für den gesamten Kulturbereich schnell reagiert, um unsere Fördernehmer zu unterstützen. Außerdem konnten wir Hilfs- und Unterstützungspakete schnüren. Unser Ziel ist, dass unsere vielen engagierten Vereine und Verbände gut durch die Krise kommen und in ihrer Vielfalt und Breite wirken können.

Auf welchen Auftritt freuen Sie sich am Samstag in der TV-Show besonders?
Einen Favoriten herauszugreifen ist fast unmöglich. Ich kann aber verraten, dass man schwer in Versuchung gerät, laut mitzusingen, wenn der Marktmusikverein Thal mit der Band Alle Achtung eine gemeinsame Version von „Marie“ zum Besten gibt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Volkskultur?
Mein Wunsch ist, dass die Volkskultur so vielfältig und lebendig bleibt, wie sie ist. Und, dass wir nach überstandener Krise hoffentlich bald wieder die Geselligkeit erleben können, wie wir es gewohnt sind und lieben. Ich finde es großartig, wie viele Steirerinnen und Steirer sich für unsere Volkskultur und den Erhalt unserer Traditionen einsetzen und gleichzeitig den Mut aufbringen, viel Neues zuzulassen und auszuprobieren. Die Steiermark kann mehr als stolz auf ihre Volkskultur sein!

Michael Jakl
Michael Jakl
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