11.09.2020 15:21 |

Brände in Kalifornien

Bub (14) rettet behinderten Bruder aus Inferno

Der erst 14-jährige Ruben Navarrete ist Kaliforniens Held der Stunde. Mitten in der Nacht rettete der Bub seinen im Rollstuhl sitzenden Bruder vor den lodernden Waldbränden - mit dem Auto über eine schmale, steile Straße. Der Junge hat kurzerhand von seinem Onkel das Fahren gelernt, als erste Evakuierungswarnungen bekannt wurden.

„Ich war sehr nervös und verängstigt“, erklärte Ruben Navarrete, der mit seiner Familie in einem Indigenen-Reservat lebte. Als der Bundesstaat Kalifornien zunehmend von den sich zügig ausbreitenden Flammen bedroht wurde, beschloss Rubens Onkel Josh nach den ersten Evakuierungswarnungen, den Bub auf die Flucht vorzubereiten.

„Stell dir vor, es ist ein Videospiel“
Beim improvisierten Fahrunterricht erklärte er Ruben: „Stell‘ dir vor, es ist ein Videospiel - konzentrier‘ dich, ignoriere die Flammen und den Abgrund.“ Nicht einmal zwei Tage ging das Fahrtraining, dann kam um Mitternacht der befürchtete Anruf: Evakuierung sofort starten.

„Hatte riesige Angst“
Die gesamte Familie - einschließlich Rubens in einem Rollstuhl sitzenden Bruder - teilte sich auf drei Autos auf - in der Mitte fuhr Ruben mit seinem Bruder. „Als es dann wirklich ernst wurde und ich fahren sollte, hatte ich riesige Angst“, berichtete der 14-Jährige. Die Flammen seien hinter dem kleinen Konvoi immer näher gekommen. „Aber ich habe nicht zurückgeschaut.“

Vom Roten Kreuz untergebracht
Am Ende landete die gesamte Familie in der Stadt Clovis, wo sie in einem Hotel unterkam. Für zehn Tage wird die Unterkunft vom Roten Kreuz bezahlt. Was danach passiert und was aus dem Haus der Familie geworden ist, weiß niemand. Laut Feuerwehr ist mittlerweile ein Gebiet von rund 71.224 Hektar von den enormen Bränden betroffen.

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