25.08.2020 17:38 |

„Katastrophe“

NÖ: Agrana schließt eine von zwei Zuckerfabriken

Der börsennotierte Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern Agrana, Erzeuger des „Wiener Zucker“, schließt kommendes Jahr eine seiner beiden Zuckerfabriken in Niederösterreich. Betroffen ist der Standort in Leopoldsdorf im Marchfelde - und zwar nach Abschluss der heurigen Rübenkampagne im Dezember, teilte die Agrana nach einer Aufsichtsratssitzung am Dienstag mit. Bürgermeister Clemens Nagel (SPÖ) sprach in einer Reaktion von einer „Katastrophe für die Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfelde und die gesamte Region“. 150 Jobs sind von der Schließung betroffen.

150 Voll- und 100 Kampagnenarbeitsplätze gingen verloren, sagte Nagel er Dienstagabend zur APA. Das sei eine Tragödie für viele Familien. Für die Marktgemeinde bedeutet die Schließung der Fabrik eine finanzielle Einbuße. In guten Jahren seien 300.000 Euro an Kommunalsteuer seitens der Agrana geflossen, so der Bürgermeister.

Für die 150 Mitarbeiter der vor dem Aus stehenden Zuckerfabrik gibt es einen fertigen Sozialplan. Bis zu 20 Jobs könnten erhalten bleiben, berichtete noe.orf.at. Demnach bleibt ein Lager und ein Rübenlabor bestehen.

Grund für die Schließung im kommenden Jahr ist der Rückgang von Zuckerrüben-Anbauflächen in Österreich. Heuer wird in Leopoldsdorf noch einmal verarbeitet, weil die Erträge von den nur mehr 26.000 Hektar Anbauflächen „außerordentlich hoch“ und die Verarbeitung „ökonomisch sinnvoll“ seien, so der Konzern in einer Mitteilung.

Konzern benötigt 38.000 Hektar Anbaufläche
„Bei gegebenen Rübenanbauflächen ist dies jedoch künftig nicht möglich und daher wurde die Konzentration auf einen Standort beschlossen“, so das Unternehmen weiter. „Sollte bis Mitte November 2020 keine Zusicherung einer Anbaufläche in Österreich von zumindest 38.000 Hektar gegeben sein, ist die endgültige Schließung des Werkes Leopoldsdorf nach der Kampagne 2020 unumgänglich.“Agrana-Vorstandschef Johann Marihart hält es laut ORF-Bericht jedenfalls noch für möglich, dass die Anbaufläche doch noch derart gesteigert wird, dass das Werk erhalten bleibt.

Aus derzeitiger Sicht würden die Restrukturierungsaufwendungen im Falle einer endgültigen Schließung laut Agrana bis zu 35 Millionen Euro betragen, wovon bis zu 15 Millionen Euro liquiditätswirksam wären.

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