08.08.2020 05:33 |

Ersparte Rücklagen weg

Gemeinde stand plötzlich vor dem Nichts

Mehr als 300.000 Euro hatte Baumgarten als Rücklage auf der insolventen Commerzialbank. Auch andere Orte und Körperschaften stehen plötzlich mit einem gewaltigen Minus in ihrer Bilanz da. Noch hofft man, das Geld doch irgendwie zurückzubekommen. Die Chancen dafür sind aber denkbar gering.

„Alles weg“, hieß es für die Gemeinde Baumgarten am 15. Juli. Die gesamten Rücklagen, welche der Ort besaß, hatten sich auf einem Konto der Commerzialbank befunden. Mühsam hatte man das Geld trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten zusammengespart – umsonst. Von einem Tag auf den anderen hatte man keinen Cent mehr. „Das Land hat dafür gesorgt, dass wir rasch Bedarfszuweisungen erhalten haben, damit wir zumindest die laufenden Rechnungen zahlen konnten“, erzählt Bürgermeister Kurt Fischer.

Knapp 326.000 Euro kann der Ort in den Wind schreiben. Die Einlagensicherung gilt nicht für Gemeinden. Eine Gebührenerhöhung, um das Minus auszugleichen, kommt für den Ortschef nicht in Frage: „Die Leute können ja nichts dafür.“ Fischer hofft, dass es weitere Unterstützung durch Land und Bund geben könnte.

Rund sechs Millionen Euro beträgt der Schaden für die betroffenen Gemeinden, schätzt er. Auf Land und Bund aufgeteilt, wäre dies durchaus stemmbar. Zumal das Geld wieder in die regionale Wirtschaft fließt. Im Konkursverfahren werden die Orte wohl durch die Finger schauen. Es ist davon auszugehen, dass bei der Insolvenz nicht einmal genug übrig bleibt, um die vorgereihten Forderungen der Einlagensicherung zu bedienen, geschweige denn jene der anderen Gläubiger.

Zitat Icon

Ich hoffe, dass Land sowie Bund jetzt die Gemeinden nicht im Stich lassen und uns in dieser schwierigen Lage weiter unterstützen.

Kurt Fischer, Bürgermeister Baumgarten

Um viel Geld bangt auch die Urbarialgemeinde Schattendorf. Es geht um einen Betrag „erheblich oberhalb der Einlagensicherung“, sagt ein Verantwortlicher der Agrargemeinschaft. Man sei schwer getroffen und versuche nun mit allen Mitteln wieder zu dem Geld zu kommen. Insgesamt zählt die Körperschaft fast 500 Mitglieder.

Etwas glimpflicher kam die Urbarialgemeinde Pöttelsdorf davon. Rund 108.300 Euro hatte man auf der Pleite-Bank. 8300 Euro sind also voraussichtlich verloren. „Es ist zwar kein existenzieller Schaden, aber wir sind jetzt am Nachdenken, was wir für Möglichkeiten haben“, sagt Obmann Richard Pöttschacher.

Ch. Miehl, Kronen Zeitung

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