07.08.2020 07:10 |

Corona in Villach

Einem Stadtrat ist alles egal

- Villacher Gesundheitsreferent hält sich an keinerlei Vorschriften

- Pobers Rücktritt ist Gebot der Stunde

- Rechnungshof zufrieden

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Der Villacher Stadtrat Christian Pober (VP) wurde – wie berichtet – beim zweimaligen Ignorieren der Coronasperrstunde polizeilich erwischt. Nun gut, kann passieren...

Jetzt muss derselbe Stadtrat in Quarantäne, weil er unter den 80 Personen war, die auf Einladung des Villacher Unternehmers Hannes W. eine lustige Gartenparty feierten. Bei dieser Party steckte sich unter anderen der bekannte Gastronom Reinhard R. („29er“) mit dem Coronavirus an.

Was macht Pober? Er feiert bei R. dessen sogenannten „Hauskirchtag“ mit. Nun ist Christian Pober kein unwichtiger Stadtrat für Blumenbeete und Singvögel, sondern Gesundheitsstadtrat der siebentgrößten Stadt Österreichs. Ein Gesundheitsstadtrat, dem alle Corona-Verhaltensregeln und -vorschriften völlig egal oder nicht begreiflich sind, kann eigentlich nur noch eines richtig machen: seinen Rücktritt.

Wie wichtig der Landesrechnungshof (LRH) ist, zeigt sich immer am Ergebnis der sogenannten Nachfrageverfahren. Dabei prüfen LRH-Chef Günter Bauer und sein Team, ob Empfehlungen wohl umgesetzt werden. Bauer ist zufrieden: „93 Prozent unserer Empfehlungen aus dem Jahr 2018 wollen die geprüften Stellen umsetzen, 54 Prozent haben sie bereits umgesetzt.“

Was wird ignoriert? Etwa der Tipp des LRH, bei den zahlreichen Besuchen von Flüchtlingsquartieren die Dienstautos des Landes zu nutzen. Lieber verrechnen die Beamten Kilometergeld, immerhin 109.000 Euro allein im Jahr 2017.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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