28.07.2020 09:00 |

Vizekanzler Kogler

Corona-Fälle steigen: „Behörden müssen aufrüsten“

Trotz seiner Verpflichtungen in Wien zieht es Vizekanzler Werner Kogler immer gerne in seine steirische Heimat. Nun war er auf Stippvisite in Graz. Dabei hat der grüne Spitzenpolitiker der „Steirerkrone“ unter anderem die Frage beantwortet, ob wir uns die milliardenschweren Corona-Hilfen überhaupt leisten können.

Was bereitet Ihnen gerade mehr Kopfzerbrechen: die steigenden Corona-Zahlen oder die Arbeitslosigkeit?
Sorgen sind da und dort berechtigt - ich will aber keine Angst schüren, sondern Hoffnung geben. Zur Gesundheit: Eine zweite Welle soll und kann verhindert werden, wenn wir die Nachverfolgungszeit der Kontaktpersonen verkürzen. Hier müssen die Gesundheitsbehörden auch in der Steiermark aufrüsten. Im Wirtschaftsbereich gilt die Devise: aus der Krise raus investieren!

Wie weit sind wir auf dem „Weg zurück“? Sind die vielen Neuinfektionen ein Rückschritt auf diesem Weg?
Sie sind ein Warnhinweis: Das Virus ist ja nicht auf Urlaub, sondern immer da. Wir haben aus dem Frühjahr gelernt, lassen uns also nicht mehr kalt erwischen. Mit dem Ampelsystem, das im Herbst kommen soll, können wir gezielt regionale Hotspots bekämpfen.

Gibt es auch Chancen, die in der Krise stecken?
Sicher, dazu ein Beispiel, das gerade für die Steiermark wichtig ist: Die Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz werden jetzt vervielfacht und allein in der Steiermark mehrere Millionen Euro betragen.

Können wir uns die Milliardenhilfen überhaupt leisten?
Ja. Nicht zu investieren kostet noch viel mehr! Die Finanzierung der Corona-Maßnahmen ist kaum ein Problem, da die Republik Österreich für die Aufnahme von neuem Geld null Prozent Zinsen zahlt.

Der Klimaschutz – im Vorjahr das große Thema – gerät in den Hintergrund. Das muss Sie doch schmerzen, oder?
Bei den notwendigen Investitionen für die Modernisierung der Wirtschaft steht der ökologische Bereich an erster Stelle. Von sechs Milliarden Euro gehen vier Milliarden in den Umwelt- und Klimaschutz – das hat es noch nie gegeben.

Sie haben die Grazer Firma Atempo besucht. Sozialunternehmen sind in der Krise besonders gefordert. Wie kann die Politik sie besser unterstützen?
Sozialinitiativen und Sozialunternehmen sind tatsächlich noch wichtiger geworden. Die Politik muss erkennen, dass die sozialen Geschäftsfelder eine für sie zugeschnittene Unterstützung brauchen. Die Hilfspakete sollen auch hier noch treffsicherer werden!

Herr Vizekanzler, im Gegensatz zu Ihrem Amtsvorgänger Heinz-Christian Strache haben Sie keine Personenschützer in Ihrer Nähe...
So ist es. Wenn es irgendwie geht, verweigere ich grundsätzlich Bodyguards.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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