25.07.2020 08:45 |

Neue Allianz

Aufreger Wolf! In Tirol formieren sich die Gegner

Ungewöhnliche Allianz im Kampf gegen die Ausbreitung des Wolfes in Tirol. Bauern, Gemeindeverband, Arbeiter- und Wirtschaftskammer haben einen „Verein zum Schutz der Almwirtschaft“ gegründet. Die Botschaft: Im Almenland Tirol ist kein Platz für das Raubtier. Das Ziel: Den Schutzstatus des Wolfes senken.

Die Wogen gehen hoch! Dutzende Schafe wurden heuer in Tirol gerissen. Auch wenn in einigen Fällen die DNA-Bestätigung für den Täter Wolf noch fehlt: Die Bauern sind alarmiert, wütend. Sechs Almen wurden mittlerweile aufgegeben.

Die Entwicklungen haben nun zu einem unerwarteten Schulterschluss verschiedener Interessensvertreter geführt. Am Maxnhof in Innsbruck-Arzl stellten sich am Freitag die Präsidenten Erwin Zangerl (Arbeiterkammer), Christoph Walser (Wirtschaftskammer) und Ernst Schöpf (Gemeindeverband) hinter ihren Amtskollegen Josef Hechenberger von der Landwirtschaftskammer. Eine Allianz gegen die Ausbreitung des Wolfes.

Mit Verein soll Druck auf die EU erhöht werden
Sogar ein eigener Verein wurde gegründet. „Über diesen wollen wir aufklären und zeigen, was der Beutegreifer auf unseren Almen anrichtet. Wir wollen uns mit anderen betroffenen Bergregionen zusammentun, damit die EU den Schutzstatus des Wolfes senkt. Breitet sich der Wolf aus, steht die Almwirtschaft vor dem Aus“, konstatiert Hechenberger.

Herdenschutz: „In Tirol alle Mittel ausgereizt“
Jeder Problemwolf soll zum Abschuss freigegeben werden dürfen – so die zentrale Forderung. „Wenn ein Hund ein Schaf reißt, wird er erschossen – der Wolf nicht. Da stimmt doch was nicht“, zieht AK-Chef Zangerl einen Vergleich. Man ist sich einig: die Möglichkeiten des Herdenschutzes durch Zäune, Hirten oder Herdenschutzhunde seien ausgereizt. Schöpf verweist auf Tausende Hektar Almflächen, die es zu sichern gelte. WK-Präsident Christoph Walser gibt zu bedenken, „dass wachsame Herdenhunde für Wanderer zum Problem werden könnten.“

Kritische Stimmen von WWF, FPÖ und SPÖ
Der WWF sieht bei Herdenschutz noch Potenzial. FPÖ-NR Gerald Hauser wertet den Verein als ÖVP-Parteiveranstaltung: „Hier werden Sonntagsreden geschwungen, unsere Anträge zur Regulierung der Wölfe aber abgelehnt.“ SPÖ-Chef Georg Dornauer spricht von einer „aufgesetzten ÖVP-Sommerloch-Achse“. Aber auch er ist für die Entnahme von Problemwölfen. 

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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