Der Krieg im Nahen Osten hat weitreichende Folgen für zig heimische Touristen. Auch für den Oberösterreicher Lukas Mirtl und seine Münchener Freundin endete der Traum von der Malediven- und Sri-Lanka-Reise im Albtraum. Seit Tagen sitzt das Pärchen in Dubai fest. Und übt heftige Kritik an den österreichischen Behörden.
Es sollte ein unvergesslicher Urlaub für Lukas Mirtl und seine Freundin Chani Pia werden. Weiße Strände, blaues Meer, tiefgrüner Dschungel – ursprünglich wollte der 30-Jährige mit Freundin und einem Cocktail in der Hand unter Palmen liegen und einfach das Leben genießen. Dass daraus nichts werden sollte, hat auch viel mit Pech zu tun. Mit der „Krone“ sprach Mirtl über die chaotischen Umstände, die das Pärchen letztendlich in Dubai stranden ließen.
Colombo-Flug sollte nicht mehr abheben
Am vergangenen Samstag sah die Welt noch in Ordnung aus. Frühmorgens, um 6.40 Uhr, landete der Flieger mit dem Oberösterreicher und seiner Münchner Partnerin in der Wüsten-Metropole Dubai. Geplant war, dass um 16.10 Uhr die Emirates-Maschine Richtung Sri Lankas Hauptstadt Colombo abheben sollte. Dass es nie dazu kommen sollte, wussten die Urlauber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Bei einem Stadtausflug ging es um 12.30 Uhr erst einmal auf das höchste Gebäude Dubais, den Burj Khalifa.
Auch heute gab es wieder Einschläge. Man gewöhnt sich dran – dabei will man das eigentlich gar nicht.
Lukas Mirtl im Gespräch mit der „Krone“
Nur eine Stunde nach Besuch wurde Burj Khalifa evakuiert
Erst nach der Rückkehr zum Flughafen wurde den heimischen Touristen klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. „Nach der Reihe wurden alle Flüge gestrichen“, erzählt Mirtl, der seither samt Freundin in Dubai festsitzt. Nur eine Stunde, nachdem das Paar am Burj Khalifa gewesen war, sei jener evakuiert worden. „Spätestens da und beim Blick aufs Handy wussten wir: Jetzt wird's ungemütlich!“ Die Stewardessen der Emirates hätten den Flughafen fluchtartig verlassen, das Paar musste indes auf sein Gepäck, das im Transitbereich festhing, warten.
Raketenalarm im Bus auf der Autobahn
Neun Stunden verbrachten die beiden insgesamt am Flughafen. Danach bekam man Hotelgutscheine, wurde in einen Bus verfrachtet und durch die Gegend gekarrt. Als der Bus auf der Autobahn war, erhielten sämtliche Passagiere einen Raketenalarm aufs Handy. Ein mulmiges Gefühl für alle, man könne sich schließlich nirgendwo verstecken, erzählt der 30-Jährige. Auch das Gate, von wo aus der Weiterflug nach Colombo gegangen wäre, wurde von einer Drohne getroffen. Einige Hotels wären voll gewesen, die Busreise ging weiter – bis man endlich in ein Hotel einchecken konnte.
„Buchen täglich zwei Flüge, um irgendwann rauszukommen“
Von der Fluglinie Emirates komme nicht viel zurück, erzählt der Oberösterreicher. Mittlerweile hieß es immerhin, man werde für die Kosten aufkommen. Was auch wichtig wäre, denn aktuell bucht das Paar „täglich zwei Flüge“, um irgendwie einen Weg aus Dubai zu finden. Natürlich ohne Erfolg, der Luftraum bleibt nach wie vor gesperrt, die Flüge werden allesamt wieder gestrichen. In Dubai selbst, so bestätigt er, sei es soweit absolut sicher. Man höre zwar beim Bier am Pool laute Detonationen der Luftabwehr. Das Paar fühlt sich mulmig, aber nicht unsicher.
Von Dubai nach Abu Dhabi und durch Saudi-Arabiens Wüste
Heftige Kritik übt Mirtl aber am heimischen Außenministerium. Während die deutschen Behörden täglich ausführliche Info-Updates schicken (etwa, wie die Lage ist und ab wann von wo mit Rückflügen zu rechnen sei), wolle man von Österreich aus die Urlauber durch die ganze Wüste schicken. Man solle nach Abu Dhabi fahren, von dort dann mit dem Auto quer durch Saudi-Arabien. Von dort müsse man sich den Weitertransport selbst organisieren. Screenshots der Kommunikation liegen der „Krone“ vor. Das österreichisch-deutsche Pärchen erhofft sich nun Hilfe von deutscher Seite, um einen Schlussstrich unter den Albtraumurlaub setzen zu können.
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